Wandern am Kaiserstuhl

Der Kaiserstuhl

Die Gegend rund um den Kaiserstuhl lädt gerade jetzt, wo wir ja alle wegen der Corona-Krise sehr ausgebremst sind und nicht reisen dürfen, zum Wandern oder Radfahren ein.

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Der Kaiserstuhl gehört zu den Mittelgebirgen und ist am höchsten Punkt gerade mal 556 Meter hoch. Er liegt in der oberrheinischen Tiefebene und gehört zu den Landkreisen Breisgau-Hochschwarzwald und Emmendingen, wo ich seit 2018 wohne. Die Länge beträgt ca. 15 km und die größte Breite knapp 13 km.

Breisgau, die Weinberge um Bickensohl

Was macht ihn nun zu etwas Besonderem? Zum einen liegt hier der wärmste Ort Deutschlands, nämlich Ihringen, aber laut Google reklamieren auch einige andere Orte diesen Titel für sich. Fakt ist aber, dass am Kaiserstuhl, der vulkanischen Ursprungs ist, sehr viel Wein angebaut wird. Der mit Löß bedeckte Vulkanboden lässt den Wein hier besonders gut gedeihen. Auch eine meiner beiden Cheffinnen trägt dazu bei, dass deutscher Wein nationale und internationale Preise erhält.

Wetter und Anbau

Selbst in den Wintermonaten fällt hier meist nicht viel Schnee, während ein paar Kilometer weiter, im Schwarzwald die Menschen auf die Pisten strömen. Der Frühling beginnt auch häufig früher als in anderen deutschen Regionen.

Natürlich wird hier nicht nur Wein angebaut, sondern auch ganz viel Obst uns Spargel, alles reift hier recht früh heran und im letzten Jahr bekam ich sogar Ende Oktober noch frische Him-und Brombeeren aus hiesigem Anbau.

Holzbiene in den Rheinauen

Wer hier durch die Gegend wandert oder fährt merkt recht schnell, dass es hier unzählige kleine Bäche und viele Flüsse, neben dem Rhein, gibt. Daher ist die Gegend, selbst wenn es nicht so viel regnet, sehr fruchtbar.

Vögel

Aber nicht nur landschaftlich bietet sie viel Abwechslung, sondern auch Vogelfreunde finden hier viele Arten zum Beobachten. Es gibt z.B. reichlich Störche, die hier sogar überwintern und eine Fischreiher Population lebt ganz in meiner Nachbarschaft, mitten in Emmendingen.

Fischreiher

Ein wunderbares Frühlings-Vogelkonzert, aufgenommen an Ostern kommt hier:

Radtouren

Die ganze Gegend hier ist wunderbar ausgeschildert und für jeden Radler-Typ findet sich hier die optimale Tour. Die Gelegenheitsradler bleiben in der Ebene, entlang der Flüsse, vor allem natürlich am Rhein entlang. Die E-Biker, so wie ich, trauen sich auch schon mal an den einen oder anderen Berg oder durch die Wälder und die ganz ambitionierten Radfahrer fahren Langstrecke oder mit dem Mountainbike querfeldein und die Berge rauf und runter.

Radweg durch die Weinberge

Ein paar selbst ausprobierte Routen findet ihr in einem anderen Blogpost von mir.

Zum Wandern und für die Radtouren haben wir festgestellt, dass sich die App von Komoot sehr gut eignet. Man kann die Touren selbst planen oder eine vorgefertigte Tour nehmen und dann mit anderen teilen.

Wandern und spazieren gehen

Wandern ist hier auch für jeden Schwierigkeitsgrad möglich. Drei Touren, die man durchaus auch schon mit etwas älteren Kindern machen kann, stelle ich euch hier einmal vor.

Tour durch die Rheinauen und Weinberge

Wir starten am Rand des Waldes an der Burg Sponeck, die zu Sasbach am Kaiserstuhl gehört. Hier starten auch ausgeschilderte Rundwege. Über eine kleine Brücke überqueren wir den munter plätschernden durchgehenden Altrheinzug in Richtung Rhein. Wir kommen durch frische Baumpflanzungen und offene Wiesen. Hier sehen wir sogar ein paar der seltenen schwarzen Holzbienen.

Burg Sponeck im Breisgrau

Am Rhein angekommen, biegen wir nach links ab und schon piept mein Handy und sagt mir „Willkommen in Frankreich“, denn gegenüber ist schon die französische Seite. Wir folgen dem breiten Weg bis zum Vereinsheim des SV Burkheim e.V. und schauen uns oben auf dem Rheindeich das Sperrwerk an. Dann verlassen wir den unmittelbaren Weg am Rhein und lassen das Vereinsheim links von uns liegen und folgen dem Weg in Richtung Burkheim. Bei der Schrottkunst (an der Kläranlage) biegen wir links ab und direkt vor dem sich aufragenden Berg, der Rheinhalde, geht es nach rechts ab.

Schrottkunst am Rhein

Bald sehen wir die Ruine von Schloss Burkheim und folgen der Straße entlang der Stadtmauer. Wir schlendern hindurch bis zum Stadttor, vor dem wir links abbiegen, den Berg hinauf.  Rechts vorbei an der Kirche St. Pankratius und geradeaus Am Kirchberg, vorbei am kleinen Friedhof. Dort befindet sich dann ein größerer Parkplatz und eine interessante Informationstafel über den Ort. Wir laufen weiter zum gegenüberliegenden Weinberg.

Weinberge bei Burkheim, im Hintergrund noch Schnee im Elsass

Der Weg bergauf wird immer wieder durch Informationstafeln unterbrochen und bietet eine wunderbare Fernsicht über den Rhein. Es kommt eine Wetterschutzhütte und dann haben wir den höchsten Punkt erreicht. Es geht nun einmal um den Berg herum und auf der anderen Seite dann wieder hinunter. Hier sind wieder viele Schilder zu finden und nun geht es fast nur noch bergab durch Weinberge und einen lichten Wald, zurück zur Burg Sponeck, die als römische Befestigung vor knapp 2000 Jahren begann.

Schloss Burkheim im Breisgau

Insgesamt sind bei dieser Tour knapp 7 km zu bewältigen. Vielleicht sind die Burgen ja auch bald wieder besuchbar.

Das Liliental bei Ihringen am Kaiserstuhl

Das Liliental ist wahrscheinlich kein Geheimtipp in dieser Gegend, aber möglicherweise für Touristen interessant, wenn reisen wieder möglich ist.

Zwischen Wasenweiler und Ihringen, auf der L114, gibt es ein Hinweisschild zum Lilienhof. Dem folgt man und auf einer relativ engen Straße kommt man nach ca. 2,5 km am großen Parkplatz des Lilienhofes an.

Mammutbäume im Liliental

Die Besonderheit dieses Gebietes ist zum einen der Mammutwald. Zum anderen wurde dieses rund 80 ha große Gebiet 1957 von der Landesforstanstalt gekauft, um hier ein Versuchsgelände für Pflanzenkultur zu errichten. Hier wurden nun Bäume und Sträucher aus anderen Ecken der Welt angepflanzt, um zu sehen, ob sie hier auch gedeihen. Die unterschiedlichen Bäume, Sträucher und Pflanzen sind mit Namensschildern versehen und immer wieder werden bestimmte Areale des Versuchsgebiets auf mehrsprachigen Schildern vorgestellt. Es wird auch nicht verschwiegen, wenn einige Pflanzen hier keinen Fuß fassen konnten.

Mammutbaum im Liliental

Besonders fasziniert hat mich die große Hinweistafel am „Mammutbaumberg“. Ich kenne die Originale aus dem Yosemite Nationalpark in USA und weiß wie unglaublich gigantisch mit 100 m Höhe und 11 m Stammumfang sie werden können. Der älteste noch lebende Baum dort ist wohl um 3500 Jahre alt. Nun diese hier sind ca. 150 Jahre alt und haben kurz vor der Jahrtausendwende ihren Wuchs eingestellt, weil es hier in der Gegend wohl nicht feucht genug ist. Trotzdem finde ich sie absolut gigantisch. Was ich bisher nicht wusste: das Holz der Mammutbäume ist nicht brennbar! Daher überstehen sie jede Feuersbrunst und die Samen benötigen das Feuer sogar, damit die Kapseln gesprengt werden.

Wohnen 2050?!

Eine sehr anschauliche Tafel zeigt uns am Beginn der Wanderwege das ganze Areal auf. Es gibt drei verschiedene Rundwege, der kürzeste eignet sich auch für Kinderwagen.

Wir haben uns individuell einen aus Strecke 2 und 3 kombinierten Weg über die App zusammengebastelt. Alle Wege sind sehr gut in Schuss und überall sind die Wege sehr gut markiert. Der Wald wird aktiv bewirtschaftet und so hören wir von Ferne auch das laute Kreischen einer riesigen Baumfällmaschine.

Küchenschelle blüht im Liliental

Die Wege führen moderat bergauf und bergab, teilweise durch alten Wald, teilweise entlang von neuen Pflanzungen. Auch mal an einem Teich entlang und über lichte Wiesen. Ab und zu gibt es einen wunderbaren Blick über das ganze Tal mit den verschiedenen Grüntönen der Laub-und Nadelbäume. Eine der Wiesen auf einer der Kuppen beherbergt viele Orchideenarten. Da es erst Mitte April ist, sehen wir dort momentan nur einige späte Küchenschellen.

Unsere gewählte Route hat um die 6 km Gesamtlänge und endet wieder am Lilienhof. Momentan gibt es dort nur einige Kleinigkeiten „to go“, aber hoffentlich bald kann das Restaurant wiedereröffnen.

Ausblick entlang des Lößhohlwegepfads bei Bickensohl

Lößhohlwegepfad um Bickensohl

Was sind Lößhohlwege? Es sind Wege am Kaiserstuhl, die meist tief in den relativ weichen Lößboden hinein gegraben wurden und in früheren Zeiten die Verbindungswege zwischen den einzelnen Orten im Kaiserstuhl waren. Teilweise mit mehr als 10 m hohen Wänden an den Seiten, ausgehöhlten Höhlen und viel Raum für Tiere, die hier ihre Unterschlupfe haben (z.B. Bienenfresser). Rund um Bickensohl wurde vor ca. 40 Jahren der Kaiserstuhl „umgeformt“, wie man auf diesem Bild sehr gut sehen kann. Dabei wurden leider auch 80 % der Hohlwege vernichtet, der Rest steht jetzt unter Schutz und wird gepflegt.

früher-heute Lößhohlwegepfad
einer der Hohlwege am Lößhohlwegepfad

Der Lößhohlwegepfad führt sehr gut ausgeschildert einmal um Bickensohl herum, mit einigen ordentlichen Steigungen, aber auch Gefällen. Mal an den Weinreben entlang, eben durch die Hohlwege und teilweise durch einen meist mit Laubbäumen bestandenen Wald. Viele Schautafeln erklären die Umgebung. Der Weg ist ca. 7 km lang und belohnt immer wieder mit fantastischen Ausblicken bis ins Elsass.

im Lößhohlwegepfad unterwegs

Wir haben viele Smaragdeidechsen gesehen, aber auch Maikäfer und viele verschiedene Vögel. Auch einige Raubvögel kreisten über uns.

Wer nun noch ein wenig Kultur möchte, kann mit dem Auto nach Freiburg fahren, das nur knapp 25 km entfernt liegt. Das Freiburger Münster ist sicher das bekannteste Bauwerk dort. Lest mehr zu Freiburg hier in einem anderen Blogpost von mir.

wandern am Kaiserstuhl – ein Hohlweg im Wald

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Vielleicht dürfen wir ja auch bald wieder in die Ferne schweifen….

               

alte Wegweiser am Rhein

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Neueste Kommentare

18 Kommentare

  1. 7. Mai 2020
    Antworten

    Liebe Gabriela,
    Was für spannende Pfade! Von Lößhohlwegen habe ich noch nie gehört.
    Viele Grüße,
    Sanne

    • 9. Mai 2020
      Antworten

      Liebe Sanne,

      wir vorher auch nicht 😉 Ist aber schon sehr spannende, unterwegs auf den Schildern zu lesen, wie diese ganze Region entstanden ist.
      Liebe Grüße
      Gabriela

  2. 7. Mai 2020
    Antworten

    Hallo Gabriela,
    tatsächlich ist mein nächster Schwarzwaldurlaub schon geplant, explizit mit einem Abstecher zum Kaiserstuhl. Dein Beitrag bestätigt mir, dass ich die richtige Wahl getroffen habe :-). Macht richtig Laune! Danke!
    Viele Grüße, Beate

    • 7. Mai 2020
      Antworten

      Liebe Beate!
      Wie schön! Wir erkunden hier die Gegend auch weiter, vielleicht kommen noch ein paar Touren dazu 😉
      Viel Spaß dann, wenn es soweit ist und verlauf dich nicht…(Spaß)
      Liebe Grüße
      Gabriela

  3. 7. Mai 2020
    Antworten

    In einer wunderschönen Gegend bist du zuhause, da macht das wandern so richtig Spaß. Bei mir ist das Fichtelgebirge ganz in der Nähe, was wir natürlich im Moment auch sehr oft zum laufen nutzen.
    Liebe Grüße
    Sigrid

    • 7. Mai 2020
      Antworten

      Liebe Sigrid,
      das ist ja auch ganz wunderschön dort. Man muss sich nur zu helfen wissen und nicht in Trübsal verfallen. Deutschland hat ja auch wunderschöne Ecken!
      Liebe Grüße und alles Gute für dich
      Gabriela

  4. tanjaspaness
    7. Mai 2020
    Antworten

    Was für eine schöne Tour und ganz tolle Bilder. Ich bin auch ein so großer Wanderfan und ich sammle grad ganz viel Inspiration, was man alles abwandern kann (in Deutschland), wenn wir wieder etwas freier unterwegs sein dürfen. Darauf freue ich mich schon sehr.
    Liebe Grüße
    Tanja

    • 7. Mai 2020
      Antworten

      Liebe Tanja,
      eigentlich bin ich gar nicht so der Wanderfan, aber ich merke zusehends, dass es mir doch Spaß macht, vor allem, wenn ich tolle Fotos machen kann.
      Liebe Grüße und bleib gesund
      Gabriela

  5. Wie schön, Burg Schoneck sieht ein bisschen nach einem Rapunzelturm aus 🙂 hat sie vielleicht sogar rausgeschaut?
    Deutschland hat schon wirklich viele schöne Ecken und Wandern ist eine echte Auszeit für die Seele.

    Hach, ich möchte jetzt bitte raus.
    Liebe Grüße, Katja

    • 6. Mai 2020
      Antworten

      Liebe Katja,
      tja wer weiß, vielleicht gibt es eine Rapunzel hier…
      Uns zieht es momentan viel raus, das tut wirklich gut.
      Alles Gute für dich und liebe Grüße
      Gabriela

  6. Das sieht wirklich nach einer wunderschönen und auch sehr abwechslungsreichen Gegend aus! Besonders die Tierwelt finde ich faszinierend. Falls ich mal in der Nähe sein sollte, werde ich auf alle Fälle eine Wanderung dort einplanen.
    Liebe Grüße aus der Schweiz,
    Michaela

    • 5. Mai 2020
      Antworten

      Liebe Michaela,
      so weit sind wir ja gar nicht auseinander und uns reizt die Schweiz auch mal wieder. Vielleicht ist es zum Herbst hin wieder möglich, über die grenze zu fahren.
      Liebe Grüße
      Gabriela

  7. 3. Mai 2020
    Antworten

    Liebe Gabriela,

    der Breisgau ist wirklich schön. Ich muss unbedingt mal wieder nach Freiburg fahren. Ist schon lange her.
    Die Schrottkunst ist ja echt klasse. Gefällt mir.
    Und die Pulsatilla ist eine wahre Schönheit. Das kräftige blau-lila macht mächtig was her.

    Liebe Grüße
    Liane

    • 4. Mai 2020
      Antworten

      Liebe Liane,
      irgendwann wird es ja wieder möglich sein und dann nichts wie los!
      Die Gegend lohnt sich wirklich.
      Liebe Grüße
      Gabriela

  8. Birgit Kaiser
    1. Mai 2020
    Antworten

    Liebe Gabi, ich stelle immer wieder fest, dass wir an einem der schönsten Flecken Erde leben. Ich reise gerne – aber ich komme immer wieder gerne nach Hause und schätze unsere Landschaft und Vielfalt sehr. Schön zu sehen, dass auch Du / Ihr die Schönheiten erkundet und besondere Orte findet. Weiterhin viel Spass!

    • 1. Mai 2020
      Antworten

      Liebe Birgit,
      vielen Dank! Da hast du recht, diese Gegend ist schon besonders schön und hat so viel zu bieten.
      Liebe Grüße
      Gabi

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