Quer durch Uganda

Lange, lange ist diese Reise geplant und immer wieder verschoben oder geändert worden, aber nun sind wir in Entebbe in Uganda! (To the English blog post)

Dieser Beitrag enthält unbezahlte Werbung. Diese Reise wurde selbst bezahlt und dieser Bericht spiegelt ausschließlich meine Meinung wider. Die Flüge sind ein Gewinn aus einem Preisausschreiben von KLM, das beeinflusst meine Meinung nicht. Es wurde seitens KLM kein Bericht gefordert oder erwartet. Der Beitrag enthält auch Affiliate Links. Erwirbst Du dort etwas zahlst Du nicht mehr, aber ich erhalte eine kleine Provision, die dazu beiträgt, meinen Blog weiterführen zu können.

Fluginformationstafel
wohin soll die Reise gehen?

Reiseplanung

2019 habe ich Flüge mit KLM nach Kigali in Ruanda gewonnen, die ich eigentlich 2020 einlösen wollte. Nun was dann kam, wissen wir alle. Trotzdem mache ich Pläne und zusammen mit meinem Mann Dirk und Freunden, wollen wir 2021 dann erst ein paar Tage nach Ruanda und dann über Land nach Uganda. Da die KLM von Amsterdam zunächst Kigali anfliegt und dann weiter nach Entebbe fliegt, wollen wir dort nach unserer Rundreise wieder einsteigen und nach Hause fliegen. So der Plan… Ein paar Wochen vor Beginn der Reise, werden unsere Flüge umgebucht, da sich die Flugtage ändern. Gut, dass unsere örtliche *Agentur so flexibel ist und die Tour anpassen kann, obwohl die Permits für das Schimpansen-und Gorilla-Tracking längst erworben wurden.

Dann erfahren wir, dass es nicht mehr möglich ist, über Land über die Grenze von Ruanda nach Uganda zu reisen. Also müssen wir alles wieder ändern. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an KLM, die so flexibel waren, unseren Gewinn von Flügen nach Kigali auf Flüge nach Entebbe umzustellen!

Fluganzeige-Gate
langsam wird es Zeit zum Einsteigen

Ein paar Fakten über Uganda

Schweren Herzens verabschieden wir uns von der Idee, das kleine afrikanische Land Ruanda auch zu erkunden. Dafür haben wir nun mehr Zeit für Uganda, das ca. ein Drittel kleiner ist als Deutschland und etwa halb so viel Einwohner hat. Hiervon die meisten unter 25 Jahre alt. Es liegt zum großen Teil am Victoria See, dem zweitgrößten Süßwasser See der Welt und dem größten See in Afrika. Der See allein ist schon mehr als halb so groß wie Uganda! Durch das untere Drittel des Landes zieht sich der Äquator entlang. 56 Stämme leben in Uganda, mit 56 sehr unterschiedlichen Sprachen, so dass auch untereinander oft Englisch oder Suaheli gesprochen wird. Alle Kinder haben Schulpflicht und sollten nicht vor der siebten Klasse von der Schule gehen.

Einreise in Uganda

Mitten in der Nacht kommen wir in Entebbe an. Hier liegt der größte Flughafen, der auch die Hauptstadt Kampala bedient. Zwingend vorgeschrieben ist eine Gelbfieberimpfung, die auch schon als .jpg beim E-Visum mit hochgeladen werden muss. (Achtung: Passbild, Gelbfieberimpfung und Passkopie dürfen nur sehr wenige kb groß sein!) Ein maximal 120 Stunden alter PCR-Test muss schriftlich vorgewiesen werden, aber KLM verlangt einen maximal 72 Stunden alten, so dass wir hier gut planen müssen. Diese Bestimmungen können sich jederzeit ändern, daher empfiehlt sich hier immer ein Blick auf die Seiten des Auswärtigen Amtes.

Wir sind alle wenigstens einmal gegen Covid-19 geimpft und haben zusätzlich unsere Tollwutimpfungen aufgefrischt. So fühlen wir uns hier sehr sicher, denn Uganda hat keinerlei Reisewarnung, d.h. für den Rückflug in 10 Tagen brauchen wir nur einen negativen PCR-Test vorzuweisen. (Aber auch hier ist eine kurzfristige Änderung immer möglich!)

Joseph, unser Fahrer-Guide wartet schon ungeduldig draußen auf uns. Er wird uns in den nächsten Tagen sein Heimatland näherbringen und uns sicher über die teilweise abenteuerlichen Pisten geleiten.

Wir sind todmüde und wollen nur noch schlafen, also fahren wir direkt zu unserem ersten Hotel, dem Lake Victoria Serena Hotel, das wir leider nur eine Nacht genießen können. Auf den Straßen ist nichts los, denn es herrscht eine nächtliche Ausgangssperre, die nicht für touristische Fahrten zum Hotel gilt.

Die Corona-Bestimmungen werden hier sehr ernst genommen. Im Geländefahrzeug, wo wir auch das Dach öffnen können, müssen wir Masken tragen, natürlich auch in den Hotels. Dies wird kontrolliert, wie wir in einigen Tagen erfahren werden…

Teilweise fahren wir am Lake Victoria entlang, können ihn allerdings nur erahnen.

Bluetenpracht-am-Lake-Victoria-Serena-Resort
wunderschön gepflegte Gartenanlage des Lake Victoria Serena Resorts

Lake Victoria Serena Resort

Schon vor dem Hotel werden wir mit Desinfektionsmittel und einer Fiebermessung begrüßt und auch unsere Koffer werden desinfiziert. Da man hier in Uganda schon seit vielen Jahren mit hochansteckenden Krankheiten, wie Ebola konfrontiert ist, weiß die Bevölkerung, wie wichtig Hygiene, Desinfektion und Masken sein können.

morgens-am-Viktoriasee
der Blick aus dem Fenster im Lake Victoria Serena Resort, Morgennebel über dem Viktoriasee

Das Hotel liegt in einer Art großem Park, wie wir sehen können, als wir unsere Gardinen um 6 Uhr öffnen und die Sonne über dem See aufgeht. Die typisch afrikanische Geräuschkulisse mit Zikaden und Vogelstimmen passt wunderbar dazu.

Durch Kampala

Ein schnelles Frühstück und es geht um 8 Uhr los, wir haben gut 350 km Fahrstrecke vor uns. Zunächst geht aus durch die Randbezirke Kampalas. Wir sind froh, nicht selbst fahren zu müssen, denn unzählige Taxi-Motorräder, Lastwagen, Sammeltaxis und auch ein paar Personenfahrzeuge fahren gefühlt kreuz und quer über die Straßen der Stadt. Fliegende Händler, Fußgänger, Radfahrer immer dazwischen und an den Straßenrändern eine unübersehbare Menge von Händlern, die ihre Waren vor ihren Türen präsentieren.

Strassenszene-in-Kampala
das leben tobt in Kampala

Was für ein unglaublich buntes Bild, dazu die Gerüche und Stimmen, das Knattern der Motoren und das allgegenwärtige Hupen. Das ist Afrika!

Über Land

Wir kommen aus dem Staunen kaum heraus, trotzdem freuen wir uns, als die Großstadt hinter uns liegt und wir über die dann wenig befahrene Straße gen Norden fahren. Grün ist das Land! So unheimlich Grün! Kann es so viele verschieden Grüntöne geben? Überall sehen wir Felder, kleine, große, Plantagen. Sanfte Hügel, Ebenen. Alles grün und fruchtbar. Kein Wunder, eine der beiden Regenzeiten im Jahr geht gerade dem Ende zu. Von März bis Mai ist die erste Regenzeit und dann wieder von September bis November. Wie uns Joseph aber erzählt, hat es nahezu ein ganzes Jahr durchgeregnet und es hat Überschwemmungen gegeben. Auch hier kommt der Klimawandel an.

gruenes-Uganda
irgendwo zwischen Kampala und Murchison Falls

Unterwegs begegnen uns immer wieder Viehherden, kleine, große und manchmal nur jemanden, der eine Ziege, den ganzen Besitz, an der Leine spazieren führt, damit das Tier am Straßenrand fressen kann. Besonders beeindruckend sind die Longhorn-Rinder, die meist von Jungen gehütet werden und friedlich am Straßenrand grasen. Dazwischen unsere wohlbekannten schwarz-weißen Kühe.

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die hier typische Kuhrasse

Eigentlich wollen wir auf dem Weg zum Murchison Falls Nationalpark, dem größten Ugandas, ein Rhino-Tracking machen, aber wie wir erfahren, sollen die Tiere umgesiedelt werden und das Rhino Sanctuary ist deshalb gerade nicht zugänglich. Sehr schade, aber so kommen wir recht frühzeitig am Parkeingang an.

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der Eingang zum Murchison Falls Nationalpark

Im Murchison Falls National Park

Normales Prozedere: Fieber messen, Desinfizieren, persönliche Daten eintragen und dann dürfen wir hinein. Sofort begrüßt uns einen Affenbande auf der sehr gut ausgebauten Straße. Die Paviane lassen sich durch uns nicht stören, auch nicht, als wir ganz langsam durch die Gruppe hindurchfahren und sie fotografieren.

Pavianfamilie
eine Pavianfamilie steht bereitwillig für uns Modell

Den ganzen Weg zu den berühmten Murchison Falls sehen wir Straßenbauer, die diese Straße herrichten und das Fahren sehr komfortabel machen.

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die neue Straße durch den Murchison Falls Nationalpark

Murchison Falls Wasserfall

Oberhalb der Murchison Falls angekommen, werden wir schon von einem unglaublichen Getöse der Wassermassen begrüßt. Wir sind die einzigen Touristen und das einzige Auto auf dem großen Parkplatz. Der Victoria Nil stürzt sich 42 m hinunter, durch eine enge, nur 7 m breite Felsenspalte muss er sich quetschen und das tut er mit einer unglaublichen Kraft! Pro Sekunde sind es bis zu 300 Kubikmeter. Damit ist der zwar bei weitem nicht der höchste Wasserfall aber dafür extrem beeindruckend.

Wasserfall-Murchison-Falls-in-Uganda
die gewaltigen Wassermassen müssen durch einen 7 m breiten Spalt

Bald sind wir von der Gischt komplett durchnässt, aber bei Temperaturen um 30 Grad ist das eher ein Wohlgefühl! Wer eine empfindliche Kamera hat, sollte sie hier gut schützen. Auch ist das Auftragen von Insektenschutzmittel auf die Haut keine schlechte Idee, denn es gibt hier die großen TseTse-Fliegen. Zwar übertragen sie hier nicht die Schlafkrankheit, aber die Stiche können ordentlich weh tun. Wir schützen uns mit „Nosilife“ -Kleidung, das wirkt auch sehr gut.

Im Murchison Falls Park

Es ist nun nach 16 Uhr, d.h. die perfekte Zeit, um Wildtiere zu sehen, denn wenn es nicht mehr so heiß ist, wird gegrast oder gejagt. Auf unserem Weg zur Pakuba Lodge, hoch über dem Weißen Nil, fahren wir auf ausgewaschenen Wegen durch eine Steppenlandschaft.

Elefantenherden, Giraffenherden. Büffel und viele Wasserböcke begegnen uns und keiner hat Angst vor unserem Auto. Manchmal stehen wir nur wenige Meter neben ihnen und können sie in Ruhe beobachten.

Elefant-im-Unterholz
da taucht ein Elefant aus dem Gebüsch auf!

In der Zeit von Idi Amin und danach waren die Wildbestände durch Wilderei dramatisch gesunken. Einst war das Gebiet hier sehr wildreich und stand schon sehr früh, ab 1910 unter Schutz. Es soll vor der Ära Idi Amins über 14.000 Elefanten hier gegeben haben, 1990 hatten gerade mal 250 das Abschlachten überlebt. Von 14.000 Flusspferden blieben 1200 übrig. Und so ging es auch allen anderen Tierarten. Viele waren ausgerottet, dazu gehörten auch die Nashörner.

Nachdem es wieder Tourismus gab, wurden die Tiere wieder geschützt und teilweise neu angesiedelt.

Mehr davon im nächsten Blogbeitrag.

Pakuba Lodge

Kurz vor dem Sonnenuntergang, gegen 18.30 Uhr, erreichen wir die Pakuba-Lodge und sehen den Sonnenball rot über dem Weißen Nil in der Ferne verschwinden.

Die Zimmer in der Pakuba-Lodge sind groß und die Betten sind natürlich mit einem Moskitonetzt überspannt. Strom gibt es nur, wenn der Generator läuft oder genügend Solarstrom zur Verfügung steht.

Wir werden, wie üblich mit dem Händedesinfektionsmittel und dem Fiebermessgerät empfangen, alle tragen selbstverständlich Masken. Die Lodge ist lange nicht ausgebucht, denn Touristen kommen wegen der Pandemie momentan kaum an. Um so froher sind alle, dass wir da sind. Wir werden sehr herzlich mit einem kalten Saft begrüßt und dürfen uns gleich unser Abendmenü aussuchen, das wir nach einer erfrischen Dusche sehr genießen.

Pakuba-Lodge
endlich da, an der Pakuba Lodge

Ein schöner Ausklang unseres ersten Tages ins Uganda und wir haben schon so viel gesehen! Ein paar Bilder verschicke ich noch per WhatsApp an meinen Sohn als Joseph ganz aufgeregt wieder zu uns stößt und uns erzählt, dass um seine Unterkunft gerade ein Leopard geschlichen ist. Nicht ungewöhnlich hier und uns wird geraten, nicht durch den Garten zu schlendern oder gar nachts im Pool zu baden. Der ist ab 19 Uhr gesperrt, da auch viele Wasserböcke oder auch Warzenschweine durch die Anlage streifen und niemand verletzt werden soll. Alle Angestellte zücken ihre Taschenlampen, um evtl. die aufleuchtenden Augen der Raubkatze zu sehen, aber weg ist sie. Sehr schade….

Da auch das WLAN in der Bar nicht mehr mag, gehen wir schlafen, denn morgen brechen wir ganz früh zu unserer ersten Pirschfahrt auf.

Mehr?

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Wasserfall
und schon bin ich total durchnässt, eine herrliche Erfrischung!

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Neueste Kommentare

14 Kommentare

  1. Kasia
    5. August 2021
    Antworten

    Liebe Gabriela,

    die letzte Sequenz deiner Reise erinnert mich so an meinen Aufenthalt in Namibia. Da gab es heiße Quellen und Kasia fiel natürlich nichts besseres ein, als nachts dort baden zu gehen. Der Pool war nicht gesperrt und so schlich ich alleine (mein Liebster hat sich in die Lodge verzogen…) hin und genoss das Bad, immer mit einem wachenden Auge ringsum. Glücklicherweise hatten die Raubkatzen was besseres zu tun als mich zu stören, aber im nachhinein frage ich mich schon, was mich da geritten hat…

    Liebe Grüße
    Kasia

    • 7. August 2021
      Antworten

      Liebe Kasia,
      das frage ich mich auch so manches Mal nach einigen meiner Aktionen, aber es wird mit den Jahren besser (falls dich das tröstet).
      Hauptsache, du hast das Bad genossen!
      Liebe Grüße
      Gabriela

      • Kasia
        7. August 2021
        Antworten

        Zitternd vor Angst, aber ja… das Wasser war fantastisch 😉

  2. 1. Juli 2021
    Antworten

    Liebe Gabriela,
    was für eine abenteuerliche Reise, ein wirklich toller Gewinn! Danke, dass du deine unglaublichen Eindrücke mit uns teilst. Ich war noch nie in Afrika…
    Herzliche Grüße von Sanne

    • 1. Juli 2021
      Antworten

      Liebe Sanne,
      das war schon eine sehr besondere Reise, die ich sofort wieder machen würde.
      Vielleicht kommst du ja mal nach Afrika, es lohnt sich…
      Liebe Grüße
      Gabriela

  3. 1. Juli 2021
    Antworten

    Das hört sich total spannend an. Ehrlich gesagt, habe ich mich mit Uganda noch nicht sehr intensiv beschäftigt. Viele Grüße, Tanja

    • 1. Juli 2021
      Antworten

      Liebe Tanja,
      so ging es mir vor dem Gewinn meines Flugtickets auch, aber nun bin ich total fasziniert von diesem Land.
      Liebe Grüße
      Gabriela

  4. Liebe Gabriele,

    in Uganda war ich noch nie. Ich stelle es mir sehr faszinierend vor.
    Die Murchison Falls sind ja wirklich beeindruckend. Ich liebe solche Naaturschauspiele sehr.

    Liebe Grüße
    Gina

    • 29. Juni 2021
      Antworten

      Liebe Gina,

      diese unglaubliche Macht des Wassers ist in Worten kaum zu beschreiben und ich war absolut beeindruckt davon!
      Uganda ist ein tolles Reiseland!
      Liebe Grüße
      Gabriela

  5. Auszeitgeniesser
    27. Juni 2021
    Antworten

    Herzlichen Glückwunsch erstmal zum gewonnenen Flug.
    Durftest Du alles Parameter selbst bestimmen oder war der Gewinn an Bedingungen gekoppelt?

    Wie sieht es denn derzeit mit Coronazahlen in Afrika oder genauer gesagt in Uganda aus? Keine Bedenken?

    Du hattest offensichtlich eine entspannte, erste Reise nach den Einschränkungen.

    Liebe Grüße, Katja

    • 29. Juni 2021
      Antworten

      Liebe Katja,
      das war wirklich ein toller Gewinn! Der Flug musste nur bis Oktober 2021 angetreten sein. Da hatte ich Glück.
      Die Corona-Zahlen in Uganda waren extrem gering, da dort sehr auf Abstand und Masken geachtet wird. Es ist eine Reiseland ohne Reisewarnung und Quarantäne. Also optimal!
      Ich kann das Land absolut empfehlen!

      Liebe Grüße Gabriela

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