In Süditalien – Altamura und Matera

Die Stadt des Brotes – die Kulturhauptstadt 2019

Noch immer bin ich mit meinen Kunden in Süditalien. Heute werden wir Apulien aber einmal kurz verlassen und die Nachbarprovinz Basilicata mit dem berühmten Ort Matera besuchen.

Altamura

 Nach einer über zweistündigen Fahrt kommen meine Kunden und ich in Altamura an. Schon das Straßenschild am Ortseingang zeigt, weshalb dieser Ort so besonders ist. Altamura ist die Stadt des Brotes. Das Brot, das hier gebacken wird, ist weit über die Ortsgrenzen hinaus bekannt.

in der Kathedrale von Altamura

Ehe wir es kosten dürfen, besichtigen wir aber die Kathedrale. Nach den eher schlichten Kirchen, die wir in den vergangenen Tagen gesehen haben, kommt uns diese Kirche sehr überladen und pompös vor. Es ist die einzige Kirche, die Kaiser Friedrich II. hat bauen lassen.

Schild an der uralten Bäckerei Forno di Santa Chiara

Dann schlägt es 12 Uhr mittags und wir werden in der uralten Bäckerei Antica Forno di Santa Chiara zur Brotverkostung erwartet. In einer winzigen Gasse stehen ein paar Tische mit blütenweißen, wohl schon recht alten, wunderschönen Tischtüchern und Gartenstühlen in einem kleinen Hof. Nur ein kleines Schild weist auf die winzige Bäckerei hin.

in der Bäckerei Forno di Santa Chiara

Iris, unsere Reiseleiterin, teilt Teller und Gläser aus und schon werden große Platten mit verschiedenen Broten, dem Focaccia herum gereicht. Eins ist ganz knusprig, in leckeres Olivenöl getunkt und mit getrockneten Tomaten und Gewürzen belegt. Ein anderes weich und würzig es schmeckt fast wie Pizza. Dazu werden Wasser und ein roter Landwein, der Primitivo gereicht. Herrlich! Kein Wunder, dass diese Bäckerei schon fast 600 Jahre besteht!

Wir sind eigentlich satt, kein Wunder bei der Wärme, das Thermometer zeigt 30 ° C. Aber nun kommen noch süße Leckereien, meist aus den hier wachsenden Mandeln gefertigt. Da kann niemand widerstehen und so mancher Euro wird in dem urigen Laden mit dem Holzofen, in dem die Brotlaibe noch heute gebacken werden, gegen eine Tüte mit einer süßen Leckerei getauscht.

Dann geht es weiter zur europäischen Kulturhauptstadt 2019

Matera

Einst eine herunter gekommene Stadt mit viel Armut, ist Matera heute ein beliebtes Ausflugsziel.

Aussichtspunkt über Matera, Murgia Timone

Was macht Matera zu etwas Besonderem? Es sind die Sassi. Sassi? Was ist das, wird jetzt vielleicht der eine oder andere fragen. Korrekt übersetzt heißt es Steine. Nun aus Stein sind viele Häuser und dass der Ort auf einem kleinen Berg in ca. 400 m Höhe liegt, kann es sicher auch nicht sein.

Zunächst halten wir auf einem gegenüberliegenden Berg und haben so eine fantastische Aussicht auf die Altstadt, die sich in einen Talkessel kuschelt. Weiter oben sind die Gebäude der Neustadt zu sehen.

Aussicht über die engen Gassen von Alt-Matera

Das Besondere von Matera ist aber, dass hier viele Jahrhunderte lang die Menschen in Wohnhöhlen gelebt haben. Sie sind teils natürlichen Ursprungs, teils in den Felsen gegraben. Das Gestein ist sehr weich und daher leichter zu bearbeiten. Ein kleines Höhlenmuseum zeigt exemplarisch, wie gelebt wurde. In der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts wurden die Menschen zwangsumgesiedelt, da die sanitären und gesundheitlichen Zustände in den Höhlen katastrophal waren. Die Säuglingssterblichkeit lag bei 50%, kaum jemand erreichte mehr als 45 Lebensjahre.

ehemalige Wohnhöhle, heute kleines Museum in den Sassi von Matera

Heute sind die eng im Tal liegenden Sassi, die alten Häuser wieder sehr gefragt. Sie können vom Staat gepachtet werden, unter der Auflage, dass sie selbst renoviert und an die öffentliche Versorgung angeschlossen werden müssen. Zumindest sportlich sollte man schon sein, denn es führt nur eine Straße hinunter, die meisten Häuser sind nur über viele Treppen und unebene Wege erreichbar. Zieht euch zum Besuch also feste, flache Schuhe an!

Piazza in Matera

Dieses Jahr wird die Stadt sicher viel bekannter werden und viele Touristen anziehen. Hoffentlich verliert sie dadurch nicht ihren leicht maroden Charme…

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Blick auf die Sassi
Sassi in der Umgebung von Matera

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Neueste Kommentare

17 Kommentare

  1. Wie schön.
    Ich würde gerne mal wieder auf eine solche Zeitreise gehen.
    Italien hat eben echt großartige Ecken die Einladen.

    Liebe Grüße, Katja

    • Gabriela
      24. Mai 2019
      Antworten

      Liebe Katja,
      tatsächlich kam ich mir manches Mal in der Zeit zurück versetzt vor.
      Italien hat wirklich viele tolle Orte.
      Liebe Grüße
      Gabriela

  2. 22. Mai 2019
    Antworten

    Liebe Gabriela,
    Von den Sassi hört man in diesem Jahr tatsächlich öfters. Matera sollte ich wohl auf meine Bucket List nehmen.
    Viele Grüße,
    Sanne

  3. 22. Mai 2019
    Antworten

    Von Matera hatte ich bislang noch nichts gebört…
    Wirklich interessante Bilder und tolle Eindrücke, bis hin zu wirklich wunderschönen Bildern.
    Die Wohnhöhle ist ja mal spannend. Auf den Bildern strahlen die eigentlich was ganz gemütliches aus… 😉
    Liebe Grüße
    Tanja

    • Gabriela
      24. Mai 2019
      Antworten

      Liebe Tanja!
      Vielen Dank für deine lieben Worte!

      Man könnte meinen, dass sie gemütlich waren. Vielleicht im Sommer, aber im Winter? Feucht, kalt, kaum zu heizen und immer dunkel. Heute hat man ja andere Möglichkeiten.

      Liebe Grüße
      Gabriela

  4. 21. Mai 2019
    Antworten

    Hallo Gabriela,
    sehr interessant, von diesen Wohnhöhlen habe ich bislang noch nie etwas gehört!
    Deine Fotos gefallen mir sehr gut, tolle Eindrücke hast du da zusammengetragen

    Liebe Grüße
    Isabel

    • Gabriela
      21. Mai 2019
      Antworten

      Hallo Isabel,
      die ganze Gegend dort ist mit unzähligen Höhlen durchsetzt. Das war mir bis dahin auch unbekannt. Wahrscheinlich werden dieses Jahr viele Menschen dorthin reisen, hoffentlich zerstört es nicht den Charme der Gegend.
      Ganz liebe Grüße
      Gabriela

  5. 20. Mai 2019
    Antworten

    Wie schööööön… da bin ich hoffentlich auch bald 🙂 Altamura, weiß gar nicht, ob das auf unserer Route liegt. Muss ich mal nachschauen 🙂

    • Gabriela
      21. Mai 2019
      Antworten

      Liebe Ilona,
      dann wünsche ich ganz viel Spaß und guten Appetit mit dem wirklich leckeren Brotsorten dort.
      Liebe Grüße
      Gabriela

  6. Barbara (Barbaras Spielwiese)
    20. Mai 2019
    Antworten

    Hallo Gabriela,
    das ist eine Region Italiens, die ich noch gar nicht kenne. Mit Dir zusammen in einer Gruppe ist das bestimmt nochmal so schön wie auf eigene Faust, wo man doch nciht alles mitkriegt.
    Deine Fotos finde ich sensationell – die machen richtig Lust auf Altamura und Matera.
    Liebe Grüße
    Barbara

    • Gabriela
      20. Mai 2019
      Antworten

      Liebe Barbara,
      vielen Dank für deinen lieben Kommentar! Mit einer kleinen Gruppe zu reisen bietet viele Vorteile, vor allem viel Information. Trotzdem verreise ich auch gern und oft mit meinem Mann allein. Komm doch mal mit, auf einer meiner Gruppenreisen 😉
      Liebe Grüße
      Gabriela

  7. 19. Mai 2019
    Antworten

    Das schaut ja wieder einmal recht interessant aus, auch wenn ich erneut betonen muss, dass ich überhaupt noch nie in Italien gewesen bin bisher. Die Fotos und Artikel die ich bisher davon gesehen/gelesen habe machen aber definitiv Lust darauf! Danke fürs zeigen und die Inspiration auf alle Fälle, das werde ich mir mal notieren und speichern!

    • Gabriela
      19. Mai 2019
      Antworten

      Hallo Andreas, Italien hat viele tolle Ecken, manche sind auch gar nicht so weit entfernt 😉
      Liebe Grüße
      Gabriela

  8. 19. Mai 2019
    Antworten

    Hi Gabriela,

    und wieder zeigt es mir, dass meine Frau recht hat und wir unbedingt Italien in der Reiseliste nach oben setzen sollen. Danke für die tollen Bilder und interessanten Eindrücke.

    VG
    Sebastian

    • Gabriela
      19. Mai 2019
      Antworten

      Hallo Sebastian,
      ja, manchmal sollten Männer auf ihre Frauen hören… 😉
      Gerade in der Nebensaison lohnt sich eine Reise nach Süditalien wirklich.
      Geht es an!
      Liebe Grüße
      Gabriela

  9. 19. Mai 2019
    Antworten

    Liebe Gabriela,
    eine super schöne Reise, die wir gerne verfolgen. Die Bäckerei sieht ja toll aus. Auch die Architektur sieht zauberhaft aus. Typisch italienisch. Danke, dass du uns an euren Erlebnissen teilhaben lässt!
    Liebe Grüße
    Ines und Thomas

    • Gabriela
      19. Mai 2019
      Antworten

      Hallo Ines und Thomas,
      ja, die Bäckerei war wirklich wie eine Art Zeitreise. Toll, dass manche Dinge so lange überdauern.
      Liebe Grüße
      Gabriela

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