Schnee am Yukon

Von Whitehorse nach Haines in Alaska

Gestern sind wir in Whitehorse am Yukon in Kanada angekommen. Den Vormittag lassen wir uns hier Zeit, denn die Strecke, die wir heute mit dem Auto zurücklegen müssen, beträgt keine 200 km. Wir werden von hier nach Skagway fahren, wo wir am späten Abend mit der Fähre nach Haines übersetzen. Mit der Fähre ist das nur eine Stunde, auf dem Landweg wären wir viele hundert Kilometer unterwegs und bräuchten einen ganzen Tag. So ist das, wenn das eine oder andere Gebirge im Weg ist.

Whitehorse
Whitehorse
Whitehorse
Whitehorse

Wir schauen morgens aus dem Fenster. Die umliegenden Berge sind definitiv weißer als gestern und der Schnee geht auch viel weiter runter ins Tal. Ist der Winter schon so früh gekommen? Es ist noch nicht einmal September!

Der Wind ist bitterkalt, als wir uns auf die Suche nach einem Frühstückslokal machen. Uns ist eine Bäckerei empfohlen worden, die sensationell sein soll. Tja, leider montags geschlossen. Also weiter. Wir werden fast direkt neben dem Westmark Hotel fündig. Das „Burnt Toast Café“, na hoffentlich ist der Name nicht Programm. Nein, ist er nicht, das Frühstück hat sich gelohnt und bei den üppigen Portionen reicht uns das sicher bis zum Nachmittag.

Whitehorse
Whitehorse

Gut gestärkt schauen wir uns noch in dem kleinen Städtchen um. Wir gehen runter zum Yukon River, der hier ganz schön schnell entlang fließt. Die Trolleybahn, die am Flussufer entlang fährt, kommt gerade aus ihrem Depot und hält kurz am Bahnhof der Whitepass und Yukon Route. Wir spazieren noch ein wenig umher, aber der Wind ist zu eisig, also beschließen wir uns auf den Weg nach Skagway zu machen. Den Ort kennen wir, dort waren wir schon zwei Mal mit einem Kreuzfahrtschiff (siehe auch mein Beitrag: In Ballerinas zum Gletscher).

Wir fahren auf den Klondike Highway und auch schnell wieder runter, denn wir wollen noch zum Miles Canyon, einem ganz schmalen Durchfluss des Yukon, an dem früher viele Schiffe gescheitert sind. Zunächst schauen wir uns diesen Flussabschnitt von oben an, dann fahren wir runter zur Fußgängerbrücke, die den Fluss  überspannt. Ok, in diese Stromschnellen möchte ich nicht fallen. (Hier gibt es ein kurzes Video dazu.)

Miles Canyon, Yukon River
Miles Canyon, Yukon River
Miles Canyon
Miles Canyon

Zunächst müssen wir aber über die Berge. Kaum haben wir die Gegend um Whitehorse verlassen, ist alles um uns herum weiß. Es muss ordentlich geschneit haben in der letzten Nacht.

Wir haben heute ja viel Zeit, also machen wir einen Abstecher bei der Caribo Crossing Trading Post. Hier könnten wir eine Schlittenhundtour machen, aber es regnet so stark, dass wir keine Lust haben. Vermutlich würden wir hinterher wie die Schweine aussehen, bei dem Matsch!

Statt dessen knuddel ich die Welpen und wir schauen uns im kleinen Museum um, das viele ausgestopfte Tiere der Arktis und der Umgebung zeigt.

Puppies
Puppies

Weiter geht es. Kurz nach unserem Stopp durchfahren wir die wohl kleinste Wüste der Welt, die Carcross Desert. Durch das hier herrschende Klima, können sich Pflanzen hier nur sehr schwer ansiedeln.

Carcross Desert
Carcross Desert

Am alten Bahnhof der Whitepass Bahn fahren wir vorbei, die Straße windet sich an den Bergen entlang. Schade, dass es regnet, sicher wäre der Ausblick sonst spektakulärer. Es reißt kurz auf, als wir uns der Yukon Suspension Bridge nähern.

Yukon Suspension Bridge, Tutshi Canyon
Yukon Suspension Bridge, Tutshi Canyon

Die Fußgängerhängebrücke spannt sich über den Tutshi Canyon und kostet Eintritt. Wer schwindelfrei ist, sollte die Brücke unbedingt begehen, das ist schon ein Erlebnis, zudem erläutern viele Schautafeln, wie es hier zur Zeit des Goldrausches zugegangen ist. Unten braust und gluckert der reißende Yukon. Spätestens jetzt weiß ich, warum die White Pass Railroad gebaut wurde, um die Waren dort vom Yukon umzuladen.

Kurz vor der Grenze zu den USA fahren wir durch das „Tormented Valley“, eine Gegend, die fast wie eine Mondlandschaft aussieht.

Tormented Valley
Tormented Valley

An der Grenzstation werden wir kaum beachtet und schon sind wir wieder in Alaska. Von jetzt an fahren wir fast nur noch bergab, an steilen Hängen entlang, immer wieder mal sehen wir die einspurige Eisenbahnstrecke der White Pass Railroad. Sie scheint richtig am Hang zu kleben. Das war für die damalige Zeit schon eine bauliche Meisterleistung.

Endlich hat auch der Regen ein Einsehen mit uns und hört auf. Skagway kennen wir ja schon von vorherigen Reisen, trotzdem freuen wir uns auf den Rundgang dort. Es hat sich doch das Eine oder Andere verändert. Es liegen zwar noch zwei Kreuzfahrtschiffe im Hafen, aber die meisten Gäste haben den Ort schon wieder verlassen. Wie ruhig und beschaulich es jetzt hier ist! In der Skagway Brewing Company lassen wir uns geräucherten Lachs und Burger schmecken.

Skagway
Skagway

Bald wird es Zeit zur Fähre nach Haines zu fahren. Es wird langsam dunkel. Die Beladung der Fähre geht unglaublich langsam von statten. Ich habe nicht das Gefühl, das die Abfahrzeit eingehalten wird. Und doch, pünktlich um 21.45 h tutet das Schiffshorn und wir legen ab. Kaum dass wir den Hafen verlassen haben, ist es rabenschwarze Nacht um uns. Die Sterne blitzen vom Himmel und es ist wirklich saukalt an Deck. Gut, dass die Fähre innen genug Sitzplätze und sogar Kabinen hat, für die, die weiter fahren als wir.

Nach einer Stunde kommen wir in Haines an. Das Fährterminal liegt etwas außerhalb, aber nach ein paar Minuten Fahrt erreichen wir den Ort.   Das Halsingland Hotel liegt fast im Dunkeln, die Tür ist aber geöffnet und in der Eingangshalle liegt ein Umschlag mit unserem Namen und dem Zimmerschlüssel. Hier herrscht noch Vertrauen. Das Hotel gehörte zum Fort Seward und ist Anfang des 20.Jhrdt. gebaut worden.

Blick vom Halsingland Hotel in Haines
Blick vom Halsingland Hotel in Haines

Morgen werden wir also die Grenze nach Kanada wieder überqueren. Lest demnächst mehr davon.


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