Das Universum unserer Vorfahren

 

Götter, Gräber und Gestirne in der Bronzezeit

Häufig wird unseren Vorfahren, die vor mehr als 3600 Jahren gelebt haben  nachgesagt, dass sie keulenschwingend durch undurchdringliche Wälder gelaufen sind.

Das mag für einige vielleicht sogar zutreffen, aber wie man seit einiger Zeit weiß, halt längst nicht für alle.

Wie ich schon in „Deutsche Schönheiten Teil 1“ beschrieben habe, waren wir an dem Valentinswochenende in Sachsen-Anhalt. Eigentlich wollten wir uns an dem Sonntag Halle etwas näher ansehen, aber wir sind vom Weg abgekommen….

Einsamkeit in Sachsen-Anhalt
Einsamkeit in Sachsen-Anhalt

In der Hotelhalle des Radisson Blu in Merseburg wo wir gewohnt haben, finden sich allerlei Anregungen, was man denn in der näheren oder weiteren Umgebung so machen könnte. U.a. stoßen wir auch auf einen Flyer der Arche Nebra.

Die Arche Noah kennt wohl jeder, bei der Arche Nebra muss man schon Insider sein oder in der Umgebung wohnen, um sich ein Bild machen zu können.

Nebra ist mir geläufig, da ich schon häufiger von der „Himmelsscheibe von Nebra“ gelesen habe. Aber die Arche Nebra? Wir studieren neugierig das Heftchen und erfahren, dass ganz in der Nähe des Fundortes der Himmelsscheibe ein Museum mit einem kleinen Planetarium zu Ehren des bedeutenden Fundstückes gebaut wurde.

einsame Wege in Sachsen-Anhalt
einsame Wege in Sachsen-Anhalt

Nun ist unsere Neugierde gänzlich geweckt. Das Wetter will noch nicht so, es ist neblig und sehr kalt, also nicht optimal, um eine Stadt wie Halle zu Fuß zu entdecken. Also entschließen wir uns, dem Museum einen Besuch abzustatten.

Der Umweg ist vertretbar und wir fahren über Nebenstraßen, die im Nichts enden zu scheinen, nach Wangen.

Leider hat sich der Nebel bis zum späten Vormittag noch nicht aufgelöst. Die Umgebung ist kaum zu erkennen. Wir können das Museum auf dem Kamm einer recht steilen Erhebung sehen. Bis dorthin dürfen Autos nicht fahren. Der Parkplatz ist unten, in der Saison gibt es einen Bus, der den  einigermaßen steilen Aufstieg all denen erleichtert, die nicht so gut zu Fuß sind. Jetzt im Februar heißt es warm anziehen und losmarschiert. Wir erklimmen den Hügel, oben angekommen ist uns warm.

Arche Nebra
Arche Nebra

Das Museum  selbst ist recht futuristisch gestaltet. Es werden Führungen zur Geschichte der Himmelsscheibe angeboten, es ist aber alles auch sehr gut auf Tafeln erklärt. Auch über  Audioguides lässt sich die Präsentation sehr gut verfolgen. Einzelne Stationen sind mit witzigen Videobotschaften in einfachen Worten erklärt. Dieses Museum macht Spaß und vermittelt Wissen in kurzweiliger und nicht oberlehrerhafter Art. Wir werden in das Leben vor über 3600 Jahren zurück versetzt. Die Herstellung und der Gebrauch dieser einzigartigen Himmelsscheibe wird sehr anschaulich erklärt.

Replique und Anfangsform der Himmelsscheibe von Nebra, befindet sich in der Arche Nebra
Replique und Anfangsform der Himmelsscheibe von Nebra, befindet sich in der Arche Nebra

Wir sind stark beeindruckt, welch umfangreiches Wissen über die Himmelsgestirne, die Jahreszeiten und vor allem die Verarbeitung von Metallen unsere Vorfahren hatten. Die Bronzescheibe vermittelt die Wege der Sterne, des Mondes und der Sonne. Wohl um zu bestimmen, wann die Aussaat oder die Ernte beginnen können.

Dann beginnt die Vorführung im kleinen Planetarium, das Unterstützung des großen Bruders, dem Planetarium in Hamburg erhalten hat.

Wir sind nun richtig gut informiert, zum astronomischen Aussichtsturm, der auf dem Mittelberg im Saale-Unstrut-Triasland steht, wandern wir nicht mehr, denn es ist sehr neblig. Da ist dann nicht viel mit schöner Aussicht.

Ausblick über das Tal vor der Arche Nebra
Ausblick über das Tal vor der Arche Nebra

Stattdessen beschließen wir einen weiteren Umweg nach Halle zu machen und auf der archäoastronomischen Tourismusroute „Himmelswege“ eine weitere Station anzufahren.

Wir besuchen die Dolmengöttin von Langeneichstätt. Wir sind froh, dass wir ein Navi haben, denn die Straße ist im Flyer genannt, in dem kleinen Ort fehlt es aber an aufschlussreicher Beschilderung.

Die Dolmengöttin findet sich inmitten eines Ackerlandes, ein Wachturm zeigt die Lage des Großsteingrabes mit dem kunstvoll eingravierten Menhir zu ehren der Dolmengöttin. Das Areal ist eingezäunt, sogar Parkplätze sind vorhanden.

Wachturm vor dem Hünengrab  mit der Dolemgöttin
Wachturm vor dem Hünengrab mit der Dolemgöttin

Die Nebelschwaden, die über die Äcker und das Grab ziehen, der kalte Wind und die absolute Stille, nur ab und zu unterbrochen vom heiseren Krächzen einiger Krähen, tragen zur eigentümlichen Atmosphäre dieser Grabanlage bei.

Menhir der Dolmengöttin in Langeneichstätt
Menhir der Dolmengöttin in Langeneichstätt

Ob unsere Ahnen hier eine bedeutende Persönlichkeit ihres Clans zu Grabe getragen haben? Gab es eine, vielleicht schaurige Feier dabei? Wurde die Göttin angerufen? Der Menhir ist an einer Stelle abgegriffen, sicher haben ihn viele Gläubige zum Schutz oder um etwas bittend angefasst.

Wir sind auch hier sehr beeindruckt. Obwohl die Anlage nicht groß ist, muss sie den Erbauern viel bedeutet haben. Die großen Steine wurden von weit her hier hingebracht. Das war sicher eine große logistische Leistung, die von Koordination und umfangreichem Wissen der Erbauer zeugt.

Schade, dass es schon recht spät ist und wir vor unsere 4 stündigen Heimfahrt Halle noch anschauen wollen. Wir brechen also auf und fahren jetzt ohne weitere Umwege nach Halle.

Es ist immer noch ziemlich grau und feucht. Also beschließen wir, das Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle zu besuchen. Hier wird die Original Himmelsscheibe von Nebra und der echte Menhir der Dolmenkönigin gezeigt.

Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle
Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle

Parkplätze in der Nähe des Museums sind rar, aber wir finden einen. Das Museum ist in einem wunderschön restaurierten Gebäude untergebracht. Die Ausstellungsstücke präsentieren sich im besten Licht. Wer mehr Input möchte, kann immer wieder Schubladen mit mehr Exponaten öffnen.Wie geschickt die Steinzeitmenschen doch Werkzeuge herstellen konnten!

Wer dem empfohlenen Weg durch die Räume folgt,  wird  automatisch durch die Jahrtausende geleitet. Wir erfahren viel über die Vorgeschichte, auch dass es hier mal deutlich wärmer war. Der Menhir im Original kommt uns hier größer vor, als vor dem großen Steingrab. Schön, dass wir ihn hier in aller Ruhe und in einem warmen Raum aus der Nähe betrachten können.

Dann kommen wir in einen fast stockdunklen Raum, am Himmel leuchten Sterne. Da ist sie, die Himmelsscheibe! Wunderschön! Was für eine umfangreiche Kunst diese Bronzescheibe herzustellen. Wie viele Stunden der Künstler dazu gebraucht hat! Wir sind unglaublich froh, dass wir zuerst in der Arche Nebra waren, um die Hintergründe zu erfahren. So können wir die Bedeutung dieser Scheibe viel besser einordnen. Ein absolutes Meisterwerk der Bronzebearbeitung, die Sonne, der Mond und die Sterne sind in Gold dazu gefügt.

Sehr schade, dass wir nun langsam fahren müssen. Wir haben es nicht bereut, die Stadt Halle nun nicht besichtigt zu haben, dafür aber ein gutes Stück über unsere Vorgeschichte erfahren zu haben.

 

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