Antarktis: Curverville Island und Orne Harbour mit Polartaufe

Polartaufe und Wale in der Antarktis

Von der kommenden Polartaufe wissen wir morgens noch nichts. Nach einer längeren Zodiac Fahrt an unserem fünften Tag in der Antarktis mit der Sea Spirit, erreichen wir unseren ersten Anlandeplatz für den heutigen Tag. (For English)

Pinguine auf Curverville Island
Curverville Island

Es ist Curverville Island. Hier gibt es eine der größten Eselspinguin Kolonien. Dazu hohe Berge, die aussehen als wären sie mit Gras bewachsen. Dabei ist es meistens eine Algenart, ganz selten auch mal eine Art Moos und ganz viel Schnee, durchzogen von tiefen Pinguin Highways.

Berg auf Curverville Island
Gletscher bei Curverville Island

Was für ein Geschrei und Gewusel erwartet uns hier, als wir an Land gehen! Auf jedem Felsen, der schon vom Schnee befreit ist, brüten Eselspinguine. Immer scharf beäugt von den Skuas, den Raubmöwen. Sie bewegen sich zwischen den Pinguinen, immer auf der Lauer nach einem Ei, das nicht gut genug  von den Pinguineltern bewacht wird. Dann wird es erbeutet und geknackt.

Pinguin Ei Antarktis
geknacktes Pinguinei

Wir können einen recht langen Weg nach links oder rechts laufen, immer in mindestens 5 m Abstand zu den Tieren und natürlich ohne die Pinguin Highways zu betreten, die sich die kleinen Gesellen mühselig in den Schnee getreten haben. Sie sind teilweise so tief, dass die Vögel zur Hälfte darin verschwinden.

Pinguin Highway auf Curverville Island

Dass sie, wenn wir Curverville Island wieder verlassen, unseren niedergetretenen Pfad durch den Schnee weiter benutzen, ist selbstverständlich.

Einige Passagiere des Schiffs bleiben nicht in Ufernähe, sondern stapfen etwas mühsam den Hang hinauf, um noch einen besseren Überblick über die vor uns liegende Bucht mit den bizarr geformten Eisbergen zu bekommen.

Blick auf die Eisberge vor Curverville Island

Selbst da ganz oben am Hang haben sich Pinguine Nester gebaut. Ich bin immer wieder erstaunt, welche Strapazen diese kleinen Tiere auf sich nehmen, um den für sie schönsten Nistplatz zu finden. Tag für Tag watscheln sie dann die Berge rauf und runter, um Fische zu fangen und sie ihren Jungen zu bringen.

Eselspinguin mit Ei

Nach ein paar Stunden müssen wir leider wieder an Bord. Während wir unseren leckeren Lunch essen, bringt uns Kapitän  Oleg Tikhvisky sicher zu unserem nachmittäglichen Anlandeplatz.

Orne Harbour

Heute ist es Orne Harbour und damit betreten wir dann zum zweiten Mal das antarktische Festland.

Wir fahren an hoch aufragenden, schnee- und gletscherbedeckten Bergen vorbei , bevor unser Schiff in einer riesigen Bucht, eigentlich eine Sackgasse, den Motor drosselt und die Zodiacs zu Wasser lässt.

Orne Harbour, das antarktische Festland

Das Panorama ist einfach unglaublich! Um uns herum nur hohe Berge und Gletscher. Blauer Himmel und kaum ein paar Wolken lassen den Schnee glitzern und gleißen.

Die Fahrt mit dem Zodiac geht schnell. Weniger schnell geht der Aufstieg  im Zickzack am Berg bis zu einem Punkt, wo uns die gekreuzten Fahnen ein Weitergehen verwehren.

Blick auf Orne Harbour

Noch viel weiter oben, am Kamm des Berges haben sich Pinguine zum Brüten niedergelassen. Unglaublich, was diese kleinen Kerlchen für Strapazen auf sich nehmen!

Der Ausblick über die Bucht ist einfach umwerfend! In der Ferne hören wir mit lautem Knallen einen Gletscher kalben und sehen noch, wie der neue Eisberg in einer großen Welle im Meer eintaucht.

Wer will, darf einen Teil des Rückweges auf dem Hosenboden rutschend zurücklegen. Das lasse ich mir natürlich nicht zweimal sagen!

Die Polartaufe

Als alle wieder an Bord sind, wird beschlossen hier und heute für die ganz mutigen unter den Passagieren und der Besatzung die Polartaufe stattfinden zu lassen. Besser wird das Wetter sicher nicht, das Meer ist sehr ruhig hier in Orne Harbour und Zeit genug ist auch.

Um es vorweg zu schicken, ich habe nicht den Mut, in das – 1°C kalte Wasser zu springen, aber mein Mann überrascht mich mit der Mitteilung und tut es mit 50 anderen tatsächlich. Alle sind mit einem Bauchgurt gesichert und werden daran sofort nach dem mehr oder weniger gelungenen Sprung ins extrem salzige Meerwasser sofort wieder hinaus gezogen. Dafür gibt es dann auch ein „Badezertifikat“.

die Polartaufe bei Orne Harbour

Für einige führt der erste Weg danach in den jetzt heiß erscheinenden Whirlpool auf Deck 5. Sollte tatsächlich mal jemand hier ins Wasser fallen, hat derjenige ca. 3 Minuten Zeit, ehe extreme Unterkühlung einsetzt, die auch zum Tod führen kann.

Wale

Nach dem Abendessen, bei dem wir schon längst wieder aus der Bucht hinausgefahren sind, bekommen wir noch einen besonderen Besuch. Eine Buckelwalfamilie schwimmt eine ganze Weile mit dem Schiff mit. Alle sind total begeistert. Selbst bei klirrender Kälte gehen viele von uns abends kurz vor 23 Uhr an Deck. Da die Sonne immer noch sehr hoch steht, sie geht um diese Jahreszeit hier nicht mehr unter, gelingen allen tolle Fotos.

Wer Glück hat, erwischt auch die Schwanzflosse, an der jeder Wal zu erkennen ist. Die Schwanzflosse ist bei jedem Tier so individuell, wie bei uns der Fingerabdruck.  Wissenschaftler können so z.B. die Wanderung der Wale verfolgen, wenn sie von ihren von den wärmeren Gewässern, wo die Jungen zur Welt gebracht werden, in die kälteren Gewässer ziehen, wo es viel mehr Nahrung gibt.

Curverville Island


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Pinguinkolonie auf Curverville Island

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Neueste Kommentare

2 Comments

  1. Michael Hohnschild
    2. März 2017
    Reply

    Toller Bericht, super Bilder, wir sind begeistert

    • Gabriela
      3. März 2017
      Reply

      Lieber Michael, danke! Es freut mich, dass dir meine Berichte gefallen! Pinguine gibt es noch mehr, schau doch auch gern auf Instagram.com/kerngabriela vorbei. Da gibt es noch mehr. Liebe Grüße Gabriela

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