Von Dawson nach Whitehorse

Fast 550 km Einsamkeit

(To the English version.) Eine Woche haben wir schon rum auf unserer Highlights Tour durch Alaska und den Yukon. Bei dieser Tour heute ist der Weg das Ziel, denn wir haben gut 500 km vor uns.

Klondike Highway
Klondike Highway

Bei strahlend blauem Himmel und ein paar Minusgraden verlassen wir Dawson über den Klondike Highway. Wir sind so früh dran, dass wir uns auf dem Zimmer des Westmark Inn einen Kaffee gekocht haben und dann aufgebrochen sind. Dawson scheint noch zu schlafen, naja, es ist Sonntag.

Kaum haben wir das Ortsschild passiert, steht eine gewaltige Moose Kuh am Wegesrand. Sie ist allerdings ein bisschen fotoscheu und verschwindet nach einem kurzen Blick auf unser Auto im Unterholz.

Moose
Moose

Meilenweit fahren wir an aufgeschütteten Schotterhügeln entlang, die vom ehemaligen und immer noch aktiven Goldschürfern angehäuft wurden. Ein bisschen deprimierend sieht es schon aus, aber die Natur holt sie sich zurück, auf vielen wächst schon wieder etwas. Ob die Leute wohl reich geworden sind?

Viele Kilometer fahren wir mehr oder weniger entlang des Klondike Rivers.

Klondike River
Klondike River

Es ist schon eine sehr beeindruckende Landschaft. Immer wieder wird an der Straße gewarnt nicht anzuhalten, da es Bergrutsche geben kann. Immer wieder können wir auch welche sehen, teilweise mit mächtigen Bäumen oder Felsen dabei. Ich fotografiere also lieber aus dem fahrenden Auto.

Nach ungefähr 2 Stunden erreichen wir einen Aussichtspunkt über den Tintina Trench, eine unglaublich breite Ebene, im Hintergrund die schneebedeckten Berge. Was für eine Weite und nirgends ist eine Ansiedlung zu sehen.

TintinaTrench
TintinaTrench

Dann fahren wir wieder durch ein Gebiet, das vor Jahren einem Waldbrand zum Opfer gefallen ist. Die Pionierpflanzen sind aber schon recht hoch, es muss also eine Weile her sein. Über dem Gebirge im Hintergrund formen sich riesige Wolkentürme, fast sieht eine Wolke wie eine Rauchsäule aus, die aus einem Vulkan aufsteigt.

Klondike Highway
Klondike Highway

Es wird immer einsamer um uns herum, kaum, dass wir mal ein anderes Auto sehen. Kurz nach 11 Uhr erreichen wir die Moose Creek Lodge.  Der Kaffee ist gut, die gerade frisch gebackenen Torteletts noch besser und die urige Location sowieso ein Hingucker. Für eine Kaffeepause ist immer Zeit.

Moose Creek Lodge
Moose Creek Lodge

Mittlerweile sind wir wieder am Yukon angekommen, an einem Aussichtspunkt halten wir um die Five Finger Rapids anzuschauen. Wir könnten über viele Stufen auch direkt nach unten gehen, aber das Wetter hat umgeschlagen, es ist ein eiseskalter Wind aufgekommen und die Wolken sehen bedrohlich nach Regen aus. Muss also nicht sein, finde ich, von hier oben haben wir sowieso einen viel besseren Überblick. Über uns kreist ein Seeadler und lässt uns seine Rufe hören.

Five Finger Rapids, Yukon River
Five Finger Rapids, Yukon River

In Carmacks tanken wir einmal auf, wir würden es wohl auch bis Whitehorse schaffen, aber wer meinen Blog „Leerer Tank und nichts als Wüste“ gelesen hat, weiß, dass wir nun vorsichtiger sind, wenn wir wissen, dass lange „Nichts“ kommt.

Wieder fahren wir durch ein riesiges Gebiet, das 1998 durch einen ungeheuren Waldbrand vernichtet wurde. Aber die Natur beginnt auch hier ganz langsam mit der Aufforstung.

Baumstachler
Baumstachler

Wir fahren mal wieder auf einen Rastplatz, diesmal am wunderschön blauen Fox Lake, der bei Sonnenschein sicher selbst richtig strahlt. Heute bei bedecktem Himmel können wir seine Schönheit nur erahnen. Ich will gerade aussteigen, da teilt sich das Gebüsch und ein stacheliger Geselle kommt zum Vorschein. Ein Baumstachler! Eigentlich ist er nachtaktiv, aber dieser hier hat wohl Hunger und lässt sich von uns auch überhaupt nicht stören.

Die Straße ist gerade auch mal wieder richtig schlecht, Schotter und viele Schlaglöcher. Unser Auto hat langsam eine richtige Patina angesetzt.

Kurz vor Whitehorse erreichen wir die Abzweigung zu den Takhini Hot Springs. Ich habe mir angewöhnt, wenn ich Beifahrerin bin, meine Kamera immer schussbereit in der Hand zu haben und das macht sich jetzt bezahlt. Ein Coyote läuft direkt vor uns über die Straße, schnüffelt in die Luft und verschwindet zwischen den Bäumen. Ich habe ihn erwischt, toll!

Coyote
Coyote

Wir biegen ab, denn das kleine Freibad, das von heißen Quellen gespeist wird und zwischen 38 und 42 °C warm ist, wollen wir uns nicht entgehen lassen. Wir sind nicht die einzigen, es ist voll hier. Alles ist recht einfach, eine Sammelumkleide, Duschen, ein paar Spinde und ab ins Becken. Herrlich!!!

Durchgewärmt und angenehm entspannt machen wir uns auf den kurzen restlichen Weg nach Whitehorse. Es ist die Hauptstadt der Yukon Territories und hat knapp 27.000 Einwohner. Unser Hotel, das Westmark finden wir schnell. Es nieselt, trotzdem wollen wir uns die Stadt noch ein wenig zu Fuß anschauen. Durch unsere Erfahrungen in Dawson wissen wir, vor dem guten Essen heißt es anstehen. Wir entscheiden uns für das Klondike Rib & Salmon Restaurant, das gleich um die Ecke ist und lassen uns in die lange Warteliste eintragen. Dann schauen wir uns ein wenig in Whitehorse um. Auch hier gibt es viele bunt angemalte Holzhäuser, davon aber im nächsten Blog mehr.

Yukon
Yukon

Das Warten hat sich gelohnt. Das Essen ist wirklich gut und reichlich. Das Yukon Gold tut sein Übriges, wir sind hundemüde.

Lest nächste Woche weiter, wie wir wieder nach Alaska kommen oder etwa nicht? Schnee ist angesagt…

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