Zum Knutschen in die Walvis Bay

Wildes Tierleben in Namibia

 

Als Reisebegleitung für eine Kundengruppe bin ich unterwegs in Namibia, das erste Mal bin ich in diesem afrikanischen Land. Alles was ich bisher gesehen habe, ist schöner als erwartet.

Swakopmund, Namibia
Swakopmund, Namibia

Wir machen zwei Tage Station in Swakopmund. Dieser Ort ist deutscher, als so mancher deutsche Ort, so scheint es jedenfalls. Es gibt wohl kaum jemanden hier, der nicht zumindest ein wenig der deutschen Sprache mächtig ist. Viele der liebevoll erhaltenen Gebäude tragen deutsche Aufschriften.

Swakopmund
Swakopmund
Swakopmund, Namibia
Swakopmund, Namibia

Wenn im Hintergrund nicht die Namib-Wüste wäre, könnte man sich in einer deutschen Kleinstadt wähnen. Wir sind im kleinen, aber feinen Hotel Eberwein untergebracht.

Hotel Eberwein, Swakopmund, Namibia
Hotel Eberwein, Swakopmund, Namibia

Alle sind von diesem viktorianisch anmutenden Hotel angetan und wir freuen uns, hier zwei Nächte verbringen zu können.

Für heute ist ein Ausflug zur Walvis Bay geplant. Die Fahrt geht immer an der Küste entlang. Rechts das fast dunkelblaue Meer, links die Sanddünen der Wüste. Was für ein Kontrast! Dazu noch der hellblaue Himmel. Wir können uns gar nicht richtig satt sehen.

Da sind wir auch schon am Hafen. Wir besteigen schnell ein kleines Boot und los geht die Fahrt. Schnell haben wir von der Gischt einen salzigen Geschmack auf den Lippen. Aber das tut so gut nach der Hitze in der Wüste.

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Delfine in der Walvis Bay

Dann trauen wir unseren Augen kaum. Eine ganze Schule Delfine springt in Ufernähe durch die Wellen. Die „ahhs“ und „ohhs“ werden immer mehr. Ein toller Anblick, diese wendigen Schwimmer zu sehen. Und dann sind sie weg.

Dafür taucht vor unserem Boot eine Lederschildkröte auf. Sie zieht gemächlich ihre Kreise und taucht dann ab. In der Tiefe wartet sicher schon ein Leckerbissen auf sie.

Apropos Leckerbissen, nicht nur die Kormorane finden hier welche, auch uns werden jetzt welche angeboten. Wir stoppen und ein Fischer von einem anderen Boot reicht unserem Skipper einen Korb hinüber. Was da wohl drin ist?

Kormorane in der Walvis Bay
Kormorane in der Walvis Bay

Schnell kommt die Auflösung: ganz frische Austern, gerade aus dem Wasser gezogen. Der Skipper geht kurz in sein Steuerhaus und holt eine Kühltasche mit Sekt und Gläsern. Jeder bekommt ein Stück Zitrone, ein Glas Sekt und kann sich jetzt an den Austern bedienen. Wir schaukeln leicht auf den Wellen, ein kleines Lüftchen macht die Hitze erträglich. Da kommen auch die Delfine wieder und umkreisen unser Boot, strecken die Köpfe neugierig heraus, als wollten sie sagen „Bekommen wir nichts ab?“.

Delfine in der Walvis Bay. Kennt jemand diese Art?
Delfine in der Walvis Bay. Kennt jemand diese Art?

Das ist ja ein Erlebnis! Delfine so nah, über den Geschmack von Austern kann man ja streiten… Ein Glas Sekt in der Hand. Geht es noch besser?

Wir sind uns alle relativ einig, eigentlich nicht. Der Ausflug hat sich gelohnt. Aber da geht es auch schon wieder weiter.

Wir kommen zu den Seehundbänken. Es müssen tausende sein, die sich die Sonne auf den Pelz scheinen lassen. Ein paar plantschen im Wasser.

Seehunde in der Walvis Bay
Seehunde in der Walvis Bay

Das Boot stoppt schon wieder. Der Kapitän holt einen Eimer mit Fischen hervor. Da umschwirren uns plötzlich mindestens ein Dutzend Pelikane. Wo kommen die denn her? Es sind begnadete Flieger. Sie streichen kurz über unseren Köpfen hinweg, wir merken den Flügelschlag. Sie fangen die zugeworfenen Fische geschickt im Flug. Schnell ist dieser Eimer leer und so plötzlich wie sie gekommen sind, sind sie auch schon wieder weg.

Pelikane in der Walvis Bay
Pelikane in der Walvis Bay

Da hören wir ein seltsames Prusten und Platschen. Was ist das denn?

Hinter unserem Boot taucht ein Seehundmännchen auf. Ganz schön groß ist der. Fast sieht es so aus, als wolle er aufs Boot kommen.

Da ist er auch schon an der kleinen Treppe am Heck. Und wir trauen unseren Augen nicht, er hievt sich hoch? Ja sind wir denn hier im Zoo?

Der Skipper lacht über unsere verdutzten Gesichter. „Kein Zoo, aber es gibt ein paar mutige Tiere“, meint er „die haben auch nichts gegen ein paar Fische einzuwenden, die sie nicht selbst jagen müssen.“

Schon hat sich der Seehund in der Mitte des Bootes platziert und wartet auf seinen Lohn. Angst vor Menschen scheint er nicht zu haben. Warum auch, wir sind beeindruckt und haben durchaus Respekt vor diesem großen Tier.

Seehund an Bord
Seehund an Bord

Die mutigsten von uns füttern ihn nun mit Fisch. Ich bin an der Reihe, er kommt immer näher. Ich kann nicht ausweichen, sonst gehe ich über Bord.

Seehund an Bord
Seehund an Bord

Der Kapitän lacht schon wieder. „Der will einen Kuss von dir!“ Das kann er doch nicht ernst meinen, das ist doch kein dressiertes Zootier!

Doch! Das meint er ernst! Der Seehund kommt mit seiner Schnauze immer näher.

Ehe ich noch denken kann „Mensch, hat der Mundgeruch“, hat er mit seiner feuchten, schwarzen Nase schon meine Wange berührt und will nun seinen Fisch.

Feuchte Küsse in der Walvis Bay
Feuchte Küsse in der Walvis Bay

Den gebe ich ihm gern!

Da sage noch einer: „ Ich glaub, mich knutscht ein Elch!“ Dem muss ich dann wohl sagen: „Nicht Elch, Seehund!“

Der hat jetzt aber genug von diesem Rummel, der Fisch ist alle und er verschwindet mit einem Platsch über die Treppe zurück ins Meer.

Wenn das nicht einer fotografiert hätte, würde ich sagen, das habe ich wohl nur geträumt. Aber das stimmt nicht.

Wir fahren zurück, ein paar Delfine kommen auch wieder auf unser Boot zu und reiten auf der Bugwelle mit. Schade, dass der Ausflug schon zu Ende ist.

Den Tag wird wohl keiner von uns so schnell vergessen!

Walvis Bay
Walvis Bay

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