Walvis Bay, Sossusvlei und Auas-Berge

Von Swakopmund über die Walvis Bay in die Sossusvlei und Auas Berge

Die letzte Etappe unserer Rundreise durch Namibia steht nun an. Aber wir haben ja noch einige Tage. Jetzt geht es erstmal via Walvis Bay zur Sossusvlei. To the English Blog.

ein einsamer Flamingo dümpelt in der Walvis Bay

Walvis Bay

Heute nehmen wir Abschied Swakopmund, der wohl deutschesten Stadt außerhalb Deutschlands. Wir werden von Ocean Adventures von unserer Unterkunft Sea Breeze in Swakopmund abgeholt. Jeder von uns hat sich für den Ausflug aufs Meer entschieden. Der Weg nach Walvis Bay ist nicht lang und führt immer am Meer entlang. Noch ist es ziemlich dunstig, aber wir sind alle gut eingepackt, in Swakopmund ist es doch erheblich kühler als im Landesinneren.

Im Boot

Seehund an Bord!

In Walvis Bay schwimmt ein einzelner Flamingo. Er hebt sich mit seinem rosa Gefieder wunderbar von dem dunkelblauen Wasser des Hafenbeckens ab. Schnell geht es auf unser Boot und wir sind kaum zwei Minuten „auf See“, da gibt es einen großen „Platsch“ und ein wirklich mächtiger Seehund schwingt sich in unser Boot und legt sich mitten unter uns! Das ist nicht ungewöhnlich, denn diese intelligenten Meeressäuger haben ganz schnell spitzgekriegt, dass sie dann ein paar Leckerbissen in Form von Fischen bekommen. Einige sind tatsächlich so zahm, dass man sie anfassen kann. Der Skipper warnt uns allerdings vor diesem Exemplar. Fotos sind in Ordnung, aber nicht anfassen. Und wenn ich die Beißerchen so sehe, dann lasse ich das auch lieber.

Pelikan an Bord!

Wir sind noch nicht lange unterwegs, da umschwirren uns Pelikane, die auch gern mal mitten unter uns eine kleine Rast einlegen. Wir werden mit einem kleinen Umtrunk begrüßt und dann zischt der Kapitän mit uns davon, denn es wurden Wale und Delfine gesichtet! Da wollen wir natürlich alle hin und tatsächlich, ein Buckelwal und mehrere Delfine scheinen einen wahren Leckerbissen direkt unter der Meeresoberfläche gefunden zu haben. Immer wieder sehen wir die Rückenflossen oder den Rücken. Es scheint ein großer Fischschwarm dort zu sein, den sich die Delfine und auch der Wal nicht entgehen lassen wollen.

Buckelwal in der Walvis Bay
fressender Buckelwal

Leider können wir uns nicht zu lange aufhalten, denn alle wollen natürlich auch noch zu den Seehundbänken, die sich rund um den Leuchtturm von Walvis Bay befinden. Da sind sie! Tausende Tiere liegen im Sand und genießen die inzwischen herausgekommene Sonne oder sie tollen im Meer herum. Sie rangeln um die besten Plätze und machen einen Heidenspektakel! Was für ein Gewusel!

Ein bisschen weiter fahren wir noch und kaum liegen die Sandbänke hinter uns, sehen wir einen weiteren Wal, leider nur kurz, denn er taucht gerade ab. Hier, kurz vor der Einfahrt zum natürlichen Hafen, liegen viele Schiffe auf Reede, auch zwei Bohrinseln warten hier auf Ihren neuen Bestimmungsort. Und überall sehen wir die neugierigen Seehunde im Wasser. Meist tollen sie zu mehreren herum und immer wieder sichten wir einige der pfeilschnellen Delfine.

ein Seehund hat es sich auf einer Boje gemütlich gemacht

 Keiner möchte zurück, aber Jörn, unser Reiseleiter wartet ja auf uns. Wir haben ja noch einen ordentlich langen Weg vor uns, zurück in die karge und heiße Wüste, diesmal in die Sossusvlei, die wir gestern ja schon von oben begutachten durften.

Seehundbank in der Walvis Bay

Namib Naukluft Park

Leider müssen wir noch eine ganze Weile auf ihn warten, denn beim Losfahren in Swakopmund hat er bemerkt, dass unser Bus Öl verliert. Das muss natürlich erst einmal gerichtet werden. So vertreiben wir uns die Zeit hier am Pier und schauen den Pelikanen bei ihren Kunstflügen zu. Da es hier ein Café gibt und auch eine Bar und ein Restaurant, können wir die Zeit gut überbrücken.

warten in der Walvis Bay

Von Walvis Bay geht es über eine zunächst geteerte Straße schnell in die Weiten der Wüste. Hier ist der Sand ganz hell gelb. Dann wird es bergiger und wir landen in der „Mondlandschaft“ des Namib-Naukluft-Parks. Es ist so unfassbar karg hier und doch leben hier Oryxe, die in den Tälern des nackten Gebirgszuges noch genügend Nahrung finden. Hier spielt auch die wahre Geschichte des Romans „Wenn es Krieg gibt, gehen wir in die Wüste“ von Henno Martin. Ich kann diesen Roman sehr empfehlen, zeugt er doch vom Überlebenswillen zweier Menschen und die Gegend hier wird sehr eindrucksvoll beschrieben.

Wüste und viel Sand kurz hinter Walvis Bay
Namib Naukluft Park

Durch unsere verzögerte Abfahrt in Walvis Bay, kommen wir halt erst bei Sonnenuntergang in unserer nächsten Unterkunft, der Namib Desert Lodge an. Sie liegt am Fuße einer versteinerten Düne. Gerade bei diesem Licht zeigt sie uns ihre unvergleichlich rote Farbe, sie scheint zu glühen! Es ist so eine Düne, wie wir sie morgen in der Sossusvlei sehen werden, nur ungleich älter. Auch die Dünen in der Sossusvlei beginnen zu versteinern und in vielen Millionen Jahren, werden sie dann wohl so aussehen, wie diese hier. Wie es dann auf unserem Planeten aussehen wird? Wer weiß…

Wir lassen uns das Buffet sehr gut schmecken, ehe wir in unsere Betten in den einzelnstehenden Hütten fallen. Die Nacht ist kurz, denn wir müssen sehr früh raus. Es ist noch ca. 1 Stunde Fahrt bis zum

Sossusvlei Nationalpark

und dort öffnet sich das Tor auch erst wieder zum Sonnenaufgang.

Das wollen wir auf keinen Fall verpassen, also lassen wir uns im Dunkeln auf dieser wirklich schlimmen Piste durchrütteln. Langsam können wir einige Konturen der uns umgebenden Berge sehen. Da steht auch schon das Schild zum Eingang des Parks.

Sonnenaufgang am Tor zum Sossusvlei National Park

Wir sind nicht die ersten in der Schlange, aber ziemlich weit vorn. In Ruhe können wir das Aufgehenden der Sonne genießen. Das ist hier wirklich ein absolutes Schauspiel und färbt alles um uns herum orange und rot. So schön!

Dann geht es rein in den Nationalpark. Noch liegen ca. 60 km gut gepflegter Straße vor uns. Wir haben Hunger und machen uns über unsere gut gefüllten Frühstücksboxen her.

die abgestorbenen Bäume in der Salzpfanne Dead Vlei in der Sossusvlei Wüste in Namibia
Feenkreise in der Sossusvlei

Jörn erklärt uns ein bisschen was zu den Feenkreisen, die man hier sehr gut sehen kann. Es sind Kreise im Gras, in denen nichts wächst. So ganz genau weiß man noch nicht woran es liegt, aber die wahrscheinlichste Theorie geht von Termiten aus, die die Graswurzeln fressen, um ihrem unterirdischen Bau eine gleichmäßige Thermik zu verleihen.

Wir stoppen an einem großen Parkplatz. Hier gibt es eine endemische weiße Spinne. Leider wird sie von wenig umsichtigen Guides immer wieder aus ihrem Habitat genommen und stirbt dann meistens. Es reicht doch wohl, wenn man auf sie zeigt, die Natur muss doch nicht noch mehr zerstört werden!

Gräser in der Sossusvlei in der Morgensonne

„Big Daddy“ und andere Dünen

Wir wollen weiter, denn wir wollen ja die großen Dünen der Sossusvlei besteigen. Nur einige wenige sind dafür frei gegeben und das ist auch gut so und wird  von den Rangern durchaus kontrolliert. Die erste Düne ist die Nr. 45. Hier stehen schon viele Busse und ganze Heerscharen versuchen auf dem Kamm der Düne nach oben zu kommen. Da viele Reiseveranstalter gar nicht weiter als bis hierherfahren, können die Touristen die Dead Vlei in der Sossusvlei mit ihren weißen Salzpfannen und den abgestorbenen Bäumen gar nicht sehen.

Eidechse auf „Big Daddy“

Gut für uns, dann ist es nicht so voll! Am Ende der Straße ist der Parkplatz schon recht voll. Hier ist auch die letzte Möglichkeit für eine „normale“ Toilette. Die Schlange davor zeugt davon. Hier müssen alle aus ihren Bussen umsteigen in offene Jeeps, denn die Straße ist von jetzt ab nur noch eine Sandpiste mit tiefem, weichem Sand. Dafür haben die Räder der Jeeps auch weniger Luftdruck. Wir müssen ein wenig warten, bis wir an der Reihe sind. Die Ranger müssen einigen nach uns kommenden Chinesen erst einmal erklären, dass man sich anstellen muss. Einfach einsteigen gilt nicht.

Dead Vlei in der Sossusvlei

Die letzten fünf Kilometer zur Dead Vlei sind schnell vorbei. Wir fahren an „Big Mama“ vorbei, einer Düne, die ich vor 13 Jahren schon einmal bestiegen habe.

Wir fahren bis zum Ende, zu „Big Daddy“, einer noch größeren Düne. Inzwischen ist es schon recht heiß und wer auf die Dünen will, sollte sich genügend zu trinken und vor allem einen Hut mitnehmen. Die Tour auf „Big Daddy“ und zurück durch die Salzpfanne ist in 1,5 bis 2 Stunden zu schaffen, der Anstieg ist aber ziemlich heftig, sind doch ca. 300 Höhenmeter in feinem, weichem Sand zu bewältigen.

„Big Daddy“

Ich entscheide mich für die etwas weniger steile Variante, die Düne rechts neben „Big Daddy“. Sie hat einen etwas weniger steilen Anstieg und ist auch nicht ganz so hoch. Das reicht mir. So teilt sich unsere Truppe auf. Ein paar bleiben unten und geben acht auf unser Gepäck, das wir hierlassen und diejenigen die mir folgen und natürlich die ganz sportlichen, die hoch hinaus wollen.

Dead Vlei

Sobald ich oben ankomme, kann ich die berühmte Salzpfanne der Sossusvlei mit ihren seit ca. 500 Jahren abgestorbenen Kameldornbäumen sehen. Diese Pfanne trennt eine kleine Sanddüne von der Ebene. So haben diese Bäume seit Entstehen der kleinen Düne kein Wasser mehr vom Tsauchab-Fluss bekommen, der ca. alle 10 Jahre mal die Senke füllt und einige Zeit als See hierbleibt. Das Wasser kann aufgrund der Beschaffenheit des Bodens aus Lehm nicht einsickern.

die abgestorbenen Bäume in der Dead Vlei

Die Bäume sind ein sehr begehrtes Fotomotiv, sie sehen aber auch wirklich sehr bizarr aus! Wir steigen durch den tiefen Sand ab zur Salzpfanne und machen nun natürlich auch unsere Fotos. Auf der anderen Seite der Senke sehen wir noch grüne Bäume. Sie stehen entlang eines Trockenflusses. Hier scheint noch genügend Grundwasser vorhanden zu sein, so dass diese Bäume nicht absterben. Hier sollen auch Felsmalereien von Ureinwohnern zu finden sein. Leider reicht unsere Zeit nicht um das zu erforschen, denn die Jeeps warten auf uns, um uns zurück zum Parkplatz zu bringen.

Vor dem Bus heißt es, „ich habe noch Sand in den Schuhen“, nicht aus Hawaii, aber aus der Sossusvlei. Was war das für ein schönes Erlebnis! Diese roten Dünen, die ihre Farbe von den Eisenanteilen im Sand haben. Für mich war dieser Besuch hier ein absolutes Highlight dieser Reise! Es gibt nichts Vergleichbares auf der Erde, wie diese gigantischen Sanddünen, die ein UNESCO-Weltnaturerbe sind.

im Sesriem Canyon

Sesriem Canyon

Gleich hinter dem Tor zum Sossusvlei Park geht es rechts zum Sesriem-Canyon, der in der Regenzeit regelmäßig Wasser führt, nun aber staubtrocken ist. Ein Pfad führt hinunter und hindurch. Immer wieder sehen wir Löcher, die Wind und Wetter in das Gestein gebohrt haben. Eine gewaltige Flut vor einigen Jahren hat weit über uns Baumstämme in den Felsen verkeilt. Das kann ich mir bei der momentanen Trockenheit kaum vorstellen.

die Höhlen im Sesriem Canyon

Namib Desert Lodge Pirschfahrt

Am frühen Nachmittag sind wir zurück an der Namib Desert Lodge. Hier erfrische ich mich erstmal im Pool und nur wenig später geht es schon los zur Pirschfahrt auf und um die versteinerte Düne herum.

Unser Guide erklärt uns vieles über die einzigartige Lage der Lodge und die geologische Beschaffenheit dieser Düne, ehe wir über verschlungene Wege hinauffahren. Wir sehen immer wieder einsame Oryxe und ihre Hinterlassenschaften, die ihr Revier markieren. Sie sehen aus wie Kaffeebohnen. Unser Guide führt uns vor, dass sie sogar essbar sind, aber das muss ich nicht ausprobieren.

Romantik im Sonnenuntergang

Zu Sundowner wird ein Tisch für uns aufgestellt und mit diversen Getränken bestückt. Sehr schnell geht der Sonnenuntergang hier und färbt nicht nur den Sand glutrot, sondern taucht auch die Umgebung in ein weiches, oranges Licht. Einfach wunderbar! Möge diese Reise nie zu Ende gehen….

Der Guide mahnt zum Aufbruch, denn wir haben noch eine ordentliche Strecke hinab bis zur Lodge und im Dunkeln ist das kein Vergnügen.

ein Sundowner auf der Düne der Namib Desert Lodge

Der nächste Tag bringt uns zur letzten Unterkunft auf unserer Reise. Ungern nehmen wir Abschied von der Sossusvlei und ihren zauberhaften Farben.

Conny´s Restaurant

Es geht wieder über schlimme Pisten via Rehoboth in den Bergen, Richtung Windhoek. Unser Mittagessen wird in einem Solarofen gekocht, eine Spezialität von Conny´s Restaurant, das auf dem Weg liegt. Ein wunderbares Gericht mit frischem Salat wartet auf uns. Danach die einzigartige Kaffeezeremonie, bei der wir verschiedene, fair gehandelte Kaffeesorten probieren können. Wer hätte das gedacht, mitten im Nichts!

Conny´s Cafe, auch wenn er Günther heißt

Am Nachmittag erreichen wir dann die

Auas Safari Lodge

wo wir für die letzten zwei Tage diese fantastische Reise ausklingen lassen werden.

Die Lodge liegt in den Auas Bergen und beheimatet viele Tiere. Giraffen, Oryxe, Antilopen und sogar Geparden und Leoparden, die wir allerdings auf unserer Pirschfahrt am Abend nicht zu sehen bekommen.

Wasserbock an der Auas Lodge

Wir werden so lieb und nett empfangen und fühlen uns hier unglaublich wohl! Das Essen ist sehr gut, die Terrasse und die Liegewiese grenzen direkt an einen der Futterplätze der Lodge, so dass wir Kudus, Warzenschweine, neugierige Strauße und viele andere Tiere aus nächster Nähe beobachten können.

hungriger Strauß auf der Auas Lodge

Ich mag gar nicht aufstehen von meiner Liege! Mein Buch bleibt auch ungelesen, das Schauspiel der Tiere ist viel interessanter, wie sie sich gegenseitig ärgern und wer der Chef am Wasserloch ist. Aufgrund der schlimmen Dürre in diesem Jahr müssen die Lodgebesitzer im ganzen Land ordentlich zufüttern. Trotzdem sehen wir auf unserem Rundgang zum nächsten Wasserloch immer wieder verendete Tiere. Ein Fest für Schakale und Geier, die sich dieses Jahr natürlich stark vermehren.

Hoffentlich regnet es bald ausgiebig! Ein paar Wolken sehen wir schon, aber die wollen noch keinen Regen bringen.

ein Rotbauchwürger

Also verabschieden wir uns nach zwei Tagen auf dieser Lodge. Es geht zum Flughafen. Leider, leider ist diese „Reise meines Lebens“ nun vorbei. Aber ich werde noch lange davon erzählen und zehren. Und natürlich meinen Kunden im Reisebüro mit leuchtenden Augen raten, auch eine „Reise ihres Lebens“ zu machen.

Gnus an der Auas Lodge

Wer weiß, was ihr zu sehen bekommt?!

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hungriges Warzenschwein auf der Auas Lodge

Bis dahin….

Autowrack an der Tankstelle in Solitaire

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Neue Kommentare

3 Kommentare

  1. 3. November 2019
    Antworten

    Wie großartig…ich wollte sowas schon immer mal machen. Vom südlichen Afrika hat mich bisher meine Arachnophobie abgehalten, aber – angeblich – ist das mit den Spinnen besser im afrikanischen Winter… Na, irgendwann muss ich da mal mal! Tolle Fotos

    • 3. November 2019
      Antworten

      Liebe Ilona,
      auf meinen vier Reisen ins südliche Afrika habe ich nur eine wirklich große Spinne gesehen. ( Ich mag die auch überhaupt nicht!) Also trau dich ruhig.
      Liebe Grüße
      Gabriela

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