Suwon in Südkorea

Tag 1 in Suwon

Wer nach Südkorea reist, denkt sicher nicht zuerst oder überhaupt an Suwon. Warum bin ich dann hier? Nun, Suwon ist die Partnerstadt von Freiburg und dort arbeite ich ja. To the English Blog (Nun kommt unbezahlte Werbung, weil Namensnennung.)

abendlicher Blick auf Suwon vom Ramada Plaza Hotel

Unser Büro hat mit der Stadt Freiburg zusammen eine Bürgerreise nach Suwon organisiert und die begleite ich nun.

Nach knapp 10 Stunden Flug mit Asiana landen wir mittags in Seoul. Hier sind wir der deutschen Sommerzeit 7 Stunden voraus. Das Gepäck ist schnell da, unser Guide schnell gefunden. Dann wollen wir Geld tauschen. Das Bargeld ist schnell in Won gewechselt (1 € = ca. 1335 Won), ich habe also plötzlich viel Geld im Portemonnaie. Wer mit VISA Geld aus dem Automaten ziehen will, ich auch schnell bedient, aber bei allen Mastercards funktioniert es nicht. Nun stehen ein paar Gäste ohne Bargeld da. Komischerweise funktioniert das Einkaufen später schon, aber auch andere Automaten wollen kein Geld ausspucken.

alle Wege führen nach Suwon… ein Teil der Festung

Mit dem Bus geht es die knapp 50 km gen Süden nach Suwon. Südkorea hat ca. 3200 mehr oder minder große Inseln und ein paar davon sehen wir auf unserer Fahrt vom Flughafen zum Festland. Wir sehen aber auch ungemein vielen Hochhäuser, dazwischen immer mal wieder viel grün.

Suwon ist mit Seoul auch durch eine S-Bahn verbunden. Gleichzeitig ist es die Hauptstadt der Provinz Gyeonggi-do. Knapp 1,3 Mio Menschen leben hier. Was mir auffällt, sind die vielen großen Kirchen, die ich so gar nicht erwartet hätte.

Alt und Neu in Suwon

Wir bleiben für drei Nächte im Ramada Plaza Hotel, das ziemlich zentral in der Innenstadt liegt. Alle ruhen sich ein wenig aus, ehe wir am frühen Abend koreanische Spezialitäten in einem kleinen Restaurant ausprobieren, das schräg gegenüber liegt.

Am nächsten Morgen begrüßen uns zwei Repräsentanten des Suwon Center for International Cooperation (SWCIC). Sie werden uns die zwei Tage hier begleiten und herumführen.

erster großer Hof des Hwaseong Palastes

Der erste Stopp ist für die Besichtigung des

Suwon Hwaseong Palastes

vorgesehen.  Er wurde im 18. Jahrhundert von König Jeongjo gebaut. Leider ist bis auf ein Haus alles eine Nachbildung, da während der japanischen Besatzung und des Korea Krieges alles andere dem Erdboden gleich gemacht wurde.

eine Szene aus dem Leben des Königs im Hwaseong Palast

Ein wenig erinnert er mich an die „Verbotene Stadt“ in Peking, wenn auch viel kleiner, mit den großen Innenhöfen und den vielen, verwinkelten Häusern. In einigen werden Szenen aus dem Leben des Königs nachgestellt. Viel Zeit haben wir nicht, aber es reicht noch für eine Vorführung von martialischen Kampftechniken der damaligen Soldaten.

Kampfvorführung vor dem Königspalast in Suwon

Im Han-ok Technologie Museum wird uns die Bauweise der typischen hölzernen Han-ok Häuser mit ihren geschwungenen Dächern erklärt. Früher kam man durch ihre Steckbauweise ganz ohne Nägel aus. Um uns das zu demonstrieren, dürfen wir selbst ein Model davon bauen.

wunderschön verziertes, altes Haus im Korean Folk Village, Han-ok

Nebenan, in einem dieser Han-oks werden wir zur Teezeremonie gebeten. Vorher werden wir aber alle in traditionelle Gewänder gehüllt, dann wird uns das „Benehmen“ beigebracht. Wie wir uns graziös in den Schneidersitz setzen und wieder aufstehen, ohne dass die Füße unter den langen Röcken sichtbar sind, wie und wann wir uns verbeugen.

traditionell angezogen zur Teezeremonie

Auch das Teetrinken will gelernt sein, angefangen von der Zubereitung, bis zum genauen Anfassen der kleinen Trinkschälchen und was wann dazu gesagt wird. Vor allem dürfen beim Trinken keinerlei Geräusche gemacht werden. Weder beim Erschnuppern des Aromas noch beim Trinken.

Damit geht der erste Tag zu Ende.

Tag 2 in Suwon

Wieder werden wir abgeholt. Heute ist der ganze Vormittag dem interessanten

Korean Folk Village

vorbehalten. Das ist eine Art Vergnügungspark, in dem es aber vorrangig um das Darstellen des koreanischen Lebens in den vergangenen Jahrhunderten geht.

Totempfähle im Korean Folk Village

Hierzu hat man uralte Häuser aus allen Provinzen abgetragen und hier wiederaufgebaut. Alltagsszenen der meist bäuerlichen Bevölkerung werden nachgestellt. Dazu gibt es in einer Art kleinem Amphitheater eine fantastische, bunte und sehr laute folkloristische Darbietung. Die Trommler haben es mir besonders angetan! Der Rhythmus geht in die Beine und reißt die Zuschauer mit.  Sehr anmutig sind die Tänze der wunderschönen Tänzerinnen in ihren bunten Trachten. Selten hat mich eine Folklorevorführung so berührt und begeistert.

Vielen Schulklassen aller Altersgruppen sind mit uns hier. Auffällig ist die Disziplin, sogar der ganz jungen Kinder. Alle haben in ihrer Gruppe die gleichen T-Shirts an, da kann niemand verloren gehen.

Schulkinder beim Ausflug in Suwon

Nach dem Lunch haben wir noch ein paar Minuten Zeit, um den Park allein zu durchstreifen. Ein kleiner Teil ist mit Fahrgeschäften ausgestattet, scheint aber die Besucher gar nicht so zu interessieren.

Volkstanzvorführung im Korean Folk Village in Suwon

Nach einer knappen Stunde Fahrzeit in der ich tatsächlich ein wenig „Augenpflege“ betreibe, sind wir schon beim nächsten Museum angekommen.

Mr. Toilet von oben, das Toilettenmuseum

Es ist das Haeujae Museum. Sagt dir nichts? Mir auch nicht, warum hat es nur so eine seltsame Form? Und dann stehe ich davor und kann es kaum glauben.

Mr. Toilet

steht drauf und ist auch drin. Tatsächlich! Hier erfahren wir alles in Wort und Bild über die Entwicklung der Toilette bis hin zu den „Spaßtoiletten“ der Japaner, obwohl auch in unserem Hotel hier so eine in jedem Zimmer ist (also ich will jetzt zu Hause auch so eine beheizbare Klobrille haben, der Rest, naja, den brauche ich nicht wirklich, vor allem nicht dieses brausende Geräusch, sobald man den Deckel öffnet).

Plumpsklos, wie es sie früher gab

Ein Toilettenenthusiast hat sein Haus nach seinem Ableben der Toilet Assosiation gespendet, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, allen Menschen auf der Welt saubere Toiletten zur Verfügung zu stellen. Das ist jedenfalls ein gutes Ziel.

Um das Haus herum sind „Bedürfnisszenen“ aus allen Epochen sehr anschaulich dargestellt. Sehr anschaulich… manches möchte man gar nicht sehen oder wissen. Zart besaitete Naturen sollten hier ein paar Zeilen überspringen:

Ein Plumpsklo über dem Schweinestall, die Tierchen fressen das was hinunterfällt, die Menschen essen die Tierchen… der Kreislauf des Lebens?

der Kreislauf des Lebens….

Natürlich darf für die Freiburger Gäste der Besuch des Freiburg Towers nicht fehlen, der dem Seeparkturm in Freiburg nachempfunden wurde. Wir machen schnell ein paar Gruoppenfotos, ehe wir nach oben fahren und den tollen Blick von oben über die Millionenstadt Suwon und die leichte kühle Brise, genießen.

der Freiburg Tower in Suwon, dem , dem Seeparkturm nachempfunden

Damit endet das wirklich abwechslungsreiche Programm, das wir hier in Suwon erleben durften. Morgen geht es weiter.

Was noch zu erwähnen wäre, nur wenige Leute verstehen oder sprechen hier englisch. Auch in den meisten besuchten Orten musste ins Englische übersetzt werden. Vieles ist allerdings zumindest in Ansätzen englisch beschriftet. Also möglichst vor der Reise gut informieren. Für Leute, die gern mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren, gibt es aufladbare Karten, die z. B. auch in Taxen gelten.

im Korean Folk Village

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See you there!

Blick über Suwon vom Freiburg Tower aus

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Neueste Kommentare

13 Kommentare

  1. tanjaspaness
    17. Juli 2019
    Antworten

    Sehr cool… eine Partnerstadt in Südkorea. Da muß ich glatt mal bei uns fragen, ob es auch eine Partnerstadt gibt, die wir mal besuchen. 😉 Aber Spaß bei Seite, in Südkorea war ich tatasächlich noch gar nicht unterwegs. Steht jetzt auch aktuell nicht ganz oben auf unserer Reiseliste, daher hab ich mir dazu bisher auch eher wenig Gedanken gemacht. Dein Bericht hört sich aber spannend an… und macht auch wirklich neugierig auf das Land und die Sache mit der Toilette ist sicherlich eine Überlegung wert. 😉
    Liebe Grüße
    Tanja

    • Gabriela
      22. Juli 2019
      Antworten

      Liebe Tanja,
      viele Städte haben ja Partnerschaften, aber häufig geht es über Schüleraustausche ja nicht hinaus. Daher ist das sicher etwas nicht ganz alltägliches und ich bin dankbar, dass ich die Reise begleiten durfte.

      Liebe Grüße
      Gabriela

  2. 14. Juli 2019
    Antworten

    Liebe Gabriela, ein super schöner Bericht mit vielen tollen Tipps. Das Outfit zur Teezeremonie steht dir sehr gut! Liebe Grüße Ines und Thomas

    • Gabriela
      14. Juli 2019
      Antworten

      Liebe Ines, lieber Thomas,
      vielen Dank! …und ich habe mich in dem Gewand wirklich wohl gefühlt.

      Liebe Grüße
      Gabriela

  3. Dagmar
    11. Juli 2019
    Antworten

    Ein toller und umfangreicher Bericht mit super schönen Fotos!
    Südkorea hatte ich so gar nicht auf dem Reiseradar .
    Lg Dagmar

    • Gabriela
      14. Juli 2019
      Antworten

      Liebe Dagmar,
      eine Reise lohnt sich wirklich, man kann es ja auch gut mit einem anderen asiatischen Land verbinden.
      Liebe Grüße
      Gabriela

  4. 10. Juli 2019
    Antworten

    Wie schön! Ich bin froh, dass ich durch die Uni nach Singapur konnte. Aber Südkorea will ich definitiv besuchen. Das hab ich mir schon mit 15 Jahren in den Kopf gesetzt
    Suwon sieht wirklich schön aus und das traditionelle Gewand zur Teezeremonie ist wirklich cool. Wobei du durch das lange rote Gewand riiiieeesig aussiehst

    Ganz liebe Grüße aus Oldenburg ❤
    Michelle

    • Gabriela
      14. Juli 2019
      Antworten

      Liebe Michelle,
      es tut sich sagenhaft viel in Südkorea, nicht nur, dass es dort schon 5G gibt 😉
      … in Asien bin ich immer mal ganz gern, denn dann bin ich häufig mit meinen 162 cm „Länge“ mal größer. Tut mal ganz gut, auch über andere hinwegsehen zu können, statt immer nicht zu sehen *grins*. Das Gewand „streckt“ wirklich, solange niemand daneben steht 🙂
      Liebe Grüße
      Gabriela

  5. 10. Juli 2019
    Antworten

    Hallo Gabriela,

    das ist ein total spannender Bericht und die Bilder sind sagenhaft.
    Den Freiburger Turm hätte ich auf jeden Fall auch erobert. Der sieht toll aus.
    Bist du aktuell noch in Südkorea?

    Liebe Grüße
    Liane

    • Gabriela
      14. Juli 2019
      Antworten

      Liebe Liane,
      vielen Dank! 🙂
      Die Aussicht vom Turm war schon toll. Leider war die Tour nur 9 Tage lang.

      Liebe Grüße

      Gabriela

  6. 9. Juli 2019
    Antworten

    Das ist ja mal eine coole Bürgerreise. Bei uns würde die wohl nach Italien gehen :-).
    Lieben Dank für die tollen Eindrücke.
    Viele Grüße von Sanne

    • Gabriela
      14. Juli 2019
      Antworten

      Italien ist doch toll, Sanne. Was ist denn eure Patenstadt?

      Sonnige Grüße aus dem Schwarzwald

      Gabriela

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