Pannenreicher Weg ins Paradies

…oder „One Night in Bangkok…“

(To the English version.)Fünf Nächte wollen wir es uns in Thailand auf der Insel Koh Samui gut gehen lassen. Ich habe einen Nachtflug mit Emirates  von Hamburg über Dubai nach Bangkok gewählt. Von dort soll es mit Bangkok Airways nach Koh Samui gehen. Das ist die Theorie.

The World, Dubai
The World, Dubai

Alles verläuft erstmal nach Plan. Wir haben sogar das Glück Exitplätze zu bekommen. Also können wir über Nacht die Beine schön lang machen.
In Dubai haben wir gut vier Stunden Aufenthalt. Es ist erstaunlich wenig los.
Die Natur ruft und ich suche mir ein stilles Örtchen. Nach erfolgreichem Vollzug meiner Bedürfnisse will mich dieser heimelige Ort allerdings nicht meiner Wege ziehen lassen. Das Drehschloss dreht und dreht aber nichts passiert. Bei näherem Hinsehen stelle ich fest, dass an den Schrauben schon manipuliert worden ist. Na toll!
Im Hintergrund höre ich ein Klappern. Hoffentlich ist das eine der freundlichen Reinemachfrauen. Ich versuche mein Glück indem ich auf Englisch um Hilfe rufe. Ich setze noch ein „the lock is broken“, also das Schloss ist kaputt, hinterher und hoffe das Beste.
Es kommt tatsächlich eine Antwort, die Dame versucht von außen das Schloss zu öffnen, schafft es aber auch nicht. Sie hole nun Hilfe und weg ist sie.

Dubai. Burj Khalifa
Dubai. Burj Khalifa

Was für ein heimeliges Plätzchen um eingesperrt zu werden. Ob mein Mann sich schon wundert wo ich bleibe?
Die Frau kommt wieder und berichtet in gebrochenem Englisch, dass Hilfe im Anmarsch sei. Ich bitte sie noch, meinem Mann Bescheid zu sagen. Brav buchstabiere ich ihr noch seinen Namen. Wo bleibt nur die Hilfe. Ich höre nur immer wieder Stimmen, dann wird es ganz ruhig im Waschraum. Haben die mich vergessen? Der von mir erbetene Schraubenzieher kommt auch nicht. Das Schloss könnte ich sonst auch selbst leicht knacken.
Dann wieder Stimmen, auch männliche. Meine Rettung?
Ich solle von der Tür zurück treten. Klar stelle ich mich nicht direkt davor, wenn jemand einbrechen will. Aber so groß ist die Kabine nun auch nicht. Dann wird auch schon eine Art Kuhfuß hinter die Tür geschoben, ein bisschen gehebelt und das Schloss gibt nach.
Vor mir stehen drei „Blaumänner“ und schauen mich mehr oder weniger verdutzt an. Haben die eine Frau erwartet, die noch dabei ist ihr „Geschäft “ zu machen? So sieht es jedenfalls aus. Die Enttäuschung auf ihrer Seite mag groß sein, ich will nur raus.
Vor der Tür wartet schon ein Angestellter der mich fragt wie es mir ginge und aus welchem Land ich käme. Ob das wichtig ist oder führen die Listen aus welchen Ländern die meisten Hilferufe kommen?
Draußen steht mein bis über beide Ohren grinsender Mann. “ Du brauchst mir nichts zu erzählen, du bist hier Gesprächsstoff Nummer 1. Erst wurden alle anderen Damen evakuiert, dann der Waschraum gesperrt und dann durften  die Arbeiter rein“.
Jetzt habe ich mir wirklich einen guten Kaffee verdient!
Den bekomme ich natürlich bei Starbucks und das größte Croissant das ich je gegessen habe auch. In Dubai muss wohl alles eine Nummer größer sein.
So wieder etwas mit der Welt versöhnt wende ich mich dem Shopping zu. Das scheint heute eine gute Idee zu sein, denn die Geschäfte geben auf fast alle Produkte 20 %.
Gut, dass wir zum Gate müssen…

Le Méridien, Suvarnabhumi
Le Méridien, Suvarnabhumi

Der A380 von Emirates ist gut gefüllt und hat leider etwas Verspätung. Dabei haben wir eh nur eine kurze Übergangszeit in Bangkok und es ist die letzte Maschine nach Koh Samui.
Ist vielleicht nicht mein Tag heute. Endlich rollen wir los und bleiben wieder stehen. Und wir stehen und stehen. Eine Maschine nach der anderen rollt auf die Startbahn an uns vorbei. Und wir?
Es kommt eine Durchsage. Es gäbe ein paar technische Probleme und es ginge dann bald weiter.
Mit einer Stunde Verspätung heben wir endlich ab.
Tatsächlich holen wir die Stunde wieder auf und landen pünktlich. Nun schnell zum anderen Gate. Wir laufen 5 Minuten, dann sehen wir ein Schild. Abflüge auf die Inseln noch 950 m. Hier sollte man gut zu Fuß sein… Es gibt zwar eine Vielzahl von Laufbändern, aber so lange sie als „Stehbänder“ genutzt werden und wir im Slalom um die stehenden Menschen herum navigieren müssten, benutzen wir doch lieber die Gänge.
Etwas außer Atem erreichen wir unser Gate. Was steht da auf dem kleinen zerknitterten Zettel?
„Today all flights to Koh Samui cancelled due to smoke.“ Alle Flüge nach Koh Samui wegen Rauches gestrichen? Den ganzen Tag schon? In Indonesien brennt der Regenwald und der Rauch zieht über ein riesiges Gebiet. Das verstehe ich, klar. Und nun?
Bangkok Airways hat uns umgebucht auf 24 Stunden später und das angeblich schon am Morgen. Durch die Zeitverschiebung erreiche ich mein Büro in Deutschland noch. Dort ist keine Umbuchung erfolgt, nichts ist dort im Reservierungssystem aufgelaufen.DSC05809-1_Palme
Ich bin nun etwas wütend. Für den Rauch kann die Fluggesellschaft nIchts, aber ich lasse mich ungern für dumm verkaufen. Mit uns ist noch ein junges Paar am Schalter, die eine Pauschalreise gebucht haben. Auch sie wurden auf unsere Maschine umgebucht.
Unser Gepäck könnten wir nun alle abholen und morgen dann wieder kommen. Bitte??? Das lasse ich mir nicht gefallen und verlange eine Übernachtung in einem vernünftigen Hotel, Transfer und Essen und eine frühere Verbindung zur Insel. Wir haben schließlich nur 5 Tage zur Verfügung.
Die Angestellte am Counter ziert sich, das ginge nicht. Hotel usw auch nicht. Nun verlange ich Ihren Vorgesetzten. Der sei nicht hier, aber draußen. Wenn wir erstmal draußen sind, dann haben wir ein Problem, also bleibe ich standhaft und werde etwas lauter. Das ist in Asien zwar ein Fautpax, hilft aber. Nach einer schier endlosen Diskussion gesteht man uns vieren ein Hotel mit Transfer und Essen zu. Es kommen immer noch mehr, die nun hier am Flughafen stranden. Wer nichts sagt, wird abgespeist und muss evtl. am Flughafen übernachten.
Eine eigens für uns abgestellte Mitarbeiterin führt uns durch den VIP Bereich der Immigration und setzt uns mit einem Voucher versehen in einen Shuttlebus zum „Le Meridien Suvarnabhumi„, mit uns sind noch ein paar andere Leute, die wohl auch darauf bestanden haben.

Pool Le Méridien Suvarnabhumi
Pool Le Méridien Suvarnabhumi

Das Hotel ist nicht weit vom Flughafen entfernt und wirklich erstklassig. Nicht unser Ziel für heute Abend, aber ein guter Ersatz.
Zu viert lassen wir uns ein gutes Essen schmecken und fallen dann fix und fertig ins Bett. Das Positive des Tages: wir haben nette Menschen kennen gelernt, denen wir sonst wohl nicht begegnet wären!
Ob wir morgen wohl nach Koh Samui kommen? Ist es eine Art Paradies? Oder gibt es weiterhin Probleme? Nächste Woche mehr davon!


Mehr Bilder und aktuelle Infos gibt es hier: facebook.com/Gabriela.aufreisen oder auf instagram.com/kerngabriela

Pool, Le Méridien Suvarnabhumi
Pool, Le Méridien Suvarnabhumi

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