400 Kurven bis Cilaos

La Réunion ‚ s wildes Hinterland
Um es gleich vorweg zu schicken, ich habe die Kurven nicht gezählt, ich verlasse mich hierbei auf die Angaben des Busfahrers und der sollte es doch wissen, oder?😗 (This way for English)
Heute dürfen meine Kollegen, mit denen ich eine Seminarreise des deutschen Veranstalters Studiosus mache, und ich ein wenig länger schlafen.

auf der Straße nach Cilaos
auf der Straße nach Cilaos

Allerdings haben wir nachher wieder eine Wanderung vor uns. Dieses Mal aber im Hinterland der Insel La Réunion, das sehr bergig und überwiegend grün ist. Über 1000 km Wanderwege, die teilweise sehr anspruchsvoll sind, gibt es. Und keine gefährlichen oder giftigen Tiere. Das beruhigt mich…
Vor dem Frühstück ziehe ich noch ein paar Bahnen durch den riesigen Pool unseres Hotels, dem Lux St. Gilles, andere joggen durch den mit riesigen Bäumen bestandenen Garten oder unten am Strand. Badeschuhe braucht man hier schon, denn das Korallenriff geht fast bis zum Strand. Dafür macht das Schnorcheln richtig Spaß und man kann viele Fische beobachten.

unterwegs nach Cilaos
unterwegs nach Cilaos

Mein Frühstück vom Buffet fällt heute etwas üppiger aus, vor allem das krosse, frisch gebackene Brot hat es mir angetan. Und einen Crêpe mehr mit frischem Obst lasse ich mir auch schmecken, denn wer weiß wie lange ich heute wandern muss, ehe am Wasserfall, der das Ende unserer Wanderung sein soll, das Picknick auf uns wartet.P1190543-s
Jetzt wartet aber erst mal Bernd Bierbaum, unser Studiosus Reiseleiter auf uns. Er hat schon einige Reisebücher veröffentlicht und enorm viele Länder bereist. Seinem schier unerschöpflichen Wissen und seinen Geschichten zuzuhören, macht die Fahrt sehr kurzweilig bis wir zur Bergstraße nach Cilaos abbiegen.
Früher wurden die Besucher des kleinen Bergdorfs Cilaos in Sänften hierher getragen, wir sitzen im bequemen Bus, das geht sowieso viel schneller… obwohl, manchmal fährt der Bus kaum mehr als Schritttempo. Die Straße hat selten zwei Fahrbahnen, dauernd hupt der Fahrer, denn keiner kann sehen, was oder wer hinter der nächsten engen Kehre entgegen kommt oder vielleicht nur am Straßenrand steht. Immer wieder sehen wir den rosa Linienbus, der die Bewohner der kleinen Bergdörfer zuverlässig transportiert. Wir sind ja in Frankreich, jeder Einwohner sollte irgendwie erreichbar sein können.

Tunnel
Tunnel

Wir schrauben uns immer höher. Die  Ausblicke auf die gezackten und steil abfallenden Berghänge neben und über uns oder auf der anderen Seite des ab und zu aufblitzenden kleinen Flusses werden immer fantastischer. Einigen von uns wird allerdings sehr mulmig. Ich bin froh, dass ich wirklich achterbahntauglich bin, mich fasziniert der Anblick dieser wildromantischen Gegend auch viel zu sehr. Früher haben sich hier entlaufene Sklaven vor ihren Häschern versteckt. Kaum zu glauben, dass in diesem undurchdringlich scheinendem Dickicht jemand gefunden werden konnte.
Und dann kommt der erste Tunnel, gut 80 Jahre ist er alt und damals waren Fahrzeuge wohl deutlich kleiner als heute. Der Busfahrer muss ordentlich jonglieren um das Gefährt hindurch zu bekommen. Die Spiegel sind eingeklappt, trotzdem sind links und rechts wohl nur noch 2 cm bis zur steinernen Felswand. Ich bin froh, dass ich mich zurücklehnen kann….

Cilaos
Cilaos

Wir kommen am späten Vormittag im 1220 m hoch gelegenen Städtchen Cilaos an. Hier herrscht richtig Trubel, es ist Sonntag und Markttag. Leider haben wir dafür keine Zeit. Von hier aus zieht es ambitionierte Wanderer auch auf den höchsten Berg der Insel, den Piton des Neiges. Ab und zu liegt auf ihm auch Schnee, wie der Name schon sagt , aber nur ganz selten und jetzt ist ja Sommer.
Wir wollen aber zunächst nicht rauf, sondern runter wandern, zu einem der vielen Wasserfälle. Runter hört sich gut an und so heiß wie am Meer ist es hier oben auch nicht, so um die 25 Grad.P1190659-s
Also los. Die Männer in unserer Gruppe tragen auch noch unsere Picknickutensilien, auch der leckere Rotwein dieser Gegend ist dabei. Wenn das kein Anreiz ist?!
Aber vor dem Vergnügen kommt die Arbeit, in diesem Fall die Wanderung. Die Wege sind gut ausgeschildert, auch eine ungefähre Zeitangabe fehlt nicht. So ungefähr 45 Minuten soll es dauern, das geht ja noch. Schnell wird mir klar, dass dieser Weg kein leichter ist. P1190607-sEs geht ziemlich steil bergab. Aber immer durch Wald oder im Schatten. Die Stufen zähle ich nicht mehr, zu viele sind es und ich bin damit beschäftigt mein Gleichgewicht zu halten um nicht abzurutschen. Teilweise geht es sehr steil runter, aber immer wieder winkt als Belohnung ein einmaliger Ausblick auf die uns umgebene Bergwelt.P1190623-s
Ich höre es rauschen, ist das der Wasserfall? Nein, leider noch nicht. Wir müssen einen Bergbach über rutschige Steine oder einen noch rutschigeren Baumstamm überqueren. Bernd ist ganz Gentleman und stellt sich ins Wasser, um uns trockenen Fußes den Überweg zu ermöglichen.P1190636-s
Um es vorweg zu sagen, wir brauchen länger als 45 Minuten, aber der kleine Wasserfall, der uns am Fuße des Berges erwartet ist die Wanderung wert gewesen. Und das Picknick auch. Frischer Käse, knackige Baguettes, würzige Salami, Oliven und der Wein. Bernd hat an alles gedacht.

Wasserfall
Wasserfall

Leider droht ja noch der Aufstieg. Auf  meine Nachfrage, wann denn die Sänftenträger wohl kommen, ernte  ich nur ein mildes Lächeln. War was falsch an der Frage?
Erstaunlicherweise schaffe ich den Aufstieg nach Cilaos in weniger Zeit als ich für den Hinweg gebraucht habe. Was gäbe ich jetzt für einen schönen Kaffee.
Wir müssen zurück, denn im Hotel wartet ein leckeres Abendessen auf uns. Ich zähle zwar nicht die Kurven auf dem Rückweg, aber ich lese mal im Reiseführer nach. 262 Serpentinen sollen es sein. Hat der Busfahrer etwa geflunkert?P1190620-s


 

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